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Auto eines Geisterfahrers
Autowrack eines Geisterfahrers: Ein häufiger Grund für Falschfahrten ist Leichtsinn - zum Beispiel wenn Autofahrer wenden, weil sie eine Ausfahrt verpasst haben. Foto: Patrick Seeger © dpa

Geisterfahrer: Autos auf der falschen Spur

Geisterfahrer oder Falschfahrer können schwere Unfälle verursachen. Doch warum geraten Autofahrer auf die falsche Spur und wie verhält man sich, wenn man auf einen Geisterfahrer trifft.

Bundesweit kommt es immer wieder zu Geisterfahrer-Kollisionen mit mehreren Toten. Zuletzt hatte am frühen Sonntagmorgen (18. November 2012) ein 20-Jähriger aus dem badischen Ortenaukreis auf der Autobahn 5 bei Offenburg als Falschfahrer einen schweren Unfall verursacht, bei dem er und fünf weitere Menschen getötet wurden.

Geisterfahrer handeln oft leichtsinnig

Purer Leichtsinn ist nach einer Einschätzung des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) ein häufiger Grund, warum aus Autofahrern Geisterfahrer werden. «In den meisten Fällen wenden sie oder setzen zurück, wenn sie eine Ausfahrt verpasst haben», erklärt ARCD-Sprecher Joseph Harrer.

Geisterfahrer sind meist orientierungslos

Dass Autofahrer aus Versehen die falsche Auffahrt nehmen und so zum Geisterfahrer werden, sei eher die Ausnahme. In der Regel sind Fahrer laut Harrer in so einem Fall orientierungslos, entweder weil sie gestresst sind oder unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stehen. Auch schlechte Sicht könne eine Rolle spielen. Oder es stecken Selbstmordabsichten dahinter.

Dem ARCD zufolge stammt die aktuellste Statistik zum Thema Falschfahrer von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST). Sie wurde für sechs Bundesländer erhoben und 2006 veröffentlicht. «Demnach waren Geisterfahrer an 0,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf Autobahnen beteiligt», sagt Harrer.

Keinesfalls die Fahrbahn überqueren

Sobald Autofahrer bemerken, dass sie in der falschen Richtung unterwegs sind, heißt es: Das Auto weit am Rand abstellen und dabei keinesfalls noch einmal die Fahrbahn queren, rät Harrer. Weil in den meisten Fällen Gefahr für Leib und Leben bestehe, sollten Betroffene darauf verzichten, ein Warndreieck aufzustellen. «Besser sie bringen sich sofort in Sicherheit», so der ARCD-Sprecher. «Meistens bietet der Bereich zwischen den Leitplanken auf dem mittleren Grünstreifen den besten Schutz.»

Autofahrer sollten sich möglichst rechts halten

Sobald andere Autofahrer von einem Geisterfahrer über den Verkehrsfunk erfahren, sollten sie sich den Automobilclubs ADAC und Auto Club Europa (ACE) zufolge rechts halten und das Tempo drosseln, um auf den Seitenstreifen ausweichen zu können. «Wer die Möglichkeit hat, auf einen Parkplatz zu fahren, geht den sichersten Weg», sagt ADAC-Sprecher Jürgen Grieving.

Quelle: dpa
(Bilder: StVO; Schierenbeck/dpa; Hertha BSC)