Auf dem «Benzin-Gipfel» hat die Bundesregierung entschieden, dass der Biokraftstoff E10 bleibt. Die Verbraucher sollen lediglich besser informiert werden.
Beim umstrittenen Biosprit E10 suchen Politik und Wirtschaft nach tagelangen Schuldzuweisungen nun den Schulterschluss: An E10 wird festgehalten, die Autofahrer sollen besser informiert werden.
Nach tagelangen gegenseitigen Schuldzuweisungen verständigten sich die Teilnehmer des «Benzin-Gipfels» auf fünf Punkte: Die Autofahrer sollen an den Tankstellen in Listen sehen können, ob ihr Auto den Biosprit Benzin verträgt. Mineralöl- und Autowirtschaft werben verstärkt für E10. Deutsche Fahrzeughersteller und Importeure erklären ihre Angaben zu E10 für rechtsverbindlich.
Die Autobranche will ein Internetportal einrichten, wo Autofahrer mit ihrer Fahrzeug-Identifikationsnummer nachsehen können, ob ihr Auto E10 verträgt. Autohersteller und Kfz-Gewerbe händigen Händlern und Herstellern die Verträglichkeitsliste aus, um Kunden besser zu informieren.
Mit Blick auf Garantien der Automobilbranche sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie, Klaus Bräunig: Die sogenannte DAT-Liste über die Verträglichkeit von E10 für die Fahrzeugtypen sei rechtsverbindlich. «Das Zivilgesetzbuch gilt auch für die deutsche Automobilindustrie», sagte er, ohne weitere Angaben zu Garantien für eine Unverträglichkeit zu machen.
Fast drei Millionen Autos vertragen E10 nicht, zudem gibt es große Zweifel an den Klimaschutzvorteilen. Unterschiedliche Informationen zur Verträglichkeit haben dazu geführt, dass Millionen Fahrer mit E10-tauglichen Autos auf das acht Cent teurere Super Plus ausweichen.
E10 wurde bisher an rund 7000 der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt. Da Raffinerien auf vollen E10-Tanks sitzen, wurde die Einführung an weiteren Orten vorerst gestoppt. Mit mehr Biosprit will die Regierung das Klima schützen und Deutschland unabhängiger vom Öl machen. Die Einführung geht auf die Biosprit-Richtlinie der EU von 2009 zurück - allerdings schreibt die EU nur vor, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transportsektor verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. Wie das Ziel erreicht wird, ist Sache der Regierungen.
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