07.02.2013, 10:33 Uhr
Inge Zimmermann lebt seit jeher mit Bildern, beruflich wie privat. Viele Jahre war sie als Kunsthistorikerin und Kuratorin an der Akademie der Künste Berlin tätig. Seit Anfang der 80er Jahre fotografiert sie. Ein Schwerpunkt ihres breit gefächerten Werkes ist die Darstellung von Orten, die im Vergehen begriffen sind. Es entstanden Ansichten, die morbide wirken, gleichzeitig geheimnisvoll, von melancholischer Schönheit und Stille. Oftmals haben Menschen ihre Spuren hinterlassen, Spuren einer vergangenen Zeit, die man im Kleinen, im Ausschnitt weit denken kann, der Fantasie des Betrachters Raum schaffen. Die Fotografien wirken teilweise wie gemalt, grafische Strukturen werden aufgegriffen und erzeugen einen hohen ästhetischen Wert.
Der 1970 in Berlin geborene Fotograf und Fotodesigner Holger Jarosch war Porträtschüler von Roger Melis. Ein thematischer Schwerpunkt der Ausstellung sind in Wünsdorf, im Süden Berlins, entstandene Aufnahmen des ehemaligen, nun verlassenen Hauptsitzes der Sowjetischen Streitkräfte. 18 Jahre nach dem Abzug der Truppen liegt das Areal, das bis zu 75.000 Menschen beherbergte, brach und verfällt konzeptionslos. Ein Soldat schaut zurück, ohne Aufgabe, still, allein. Holger Jarosch fotografierte an diesem Ort, der willkürlich sein könnte, willkürlich wie der Soldat.
Von beiden Künstlern sind darüber hinaus Porträts zu sehen. Jarosch, selbst auch Musiker, fotografiert für das monatlich erscheinende Musik-Magazin Metal Hammer. Inge Zimmermann porträtierte Mitglieder der Akademie der Künste Berlin wie Volker Braun, Ulrich Matthes oder Rosa von Praunheim.
Beginn der Eröffnung ist um 19 Uhr. Die Begrüßung und Einführung zur Ausstellung erfolgen durch Silvia Eschrich, Leiterin der Galerie, die musikalische Einstimmung durch den jungen Berliner Konzertgitarristen Julius Theo Helm.
Die Ausstellung ist bis zum 7. April 2013, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Galerie für zeitgenössische Kunst im Ratskeller Lichtenberg
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Quelle: Bezirksamt Lichtenberg
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