Vor dem Freibad wartete der Mörder auf sein Opfer. Foto: Florian Schuh/Archiv Vor dem Freibad wartete der Mörder auf sein Opfer. Foto: Florian Schuh/Archiv dpa

Mordkomplott gegen Pferdewirtin: Brüder des Opfers als Zeugen

 

29.04.2013

Berlin (dpa) - Im Prozess um den Mord an einer jungen Pferdewirtin sind am Montag vor dem Berliner Landgericht ihre beiden Brüder vernommen worden. Gefasst berichteten sie, welchen Eindruck der Freund ihrer Schwester auf sie hinterlassen hatte. Der Mann sitzt als Hauptverdächtiger auf der Anklagebank.

Die 21-Jährige habe ihn geliebt, sagte der 27 Jahre alte Bruder des Opfers. Er selbst habe den Mann als Freund seiner Schwester akzeptiert, aber auch Vorbehalte gehabt. Er habe es etwa merkwürdig gefunden, dass der Angeklagte angeblich noch verheiratet war und dennoch seine Schwester «die Frau seines Lebens» nannte, mit der er zusammenleben leben wolle. Erst nach dem Mord habe die Familie von Lügengeschichten erfahren. Der 28-jährige Bruder wunderte sich seinen Aussagen nach über Erzählungen des Angeklagten, er sei als Soldat in Afghanistan gewesen.

Die Pferdewirtin war in der Nacht zum 21. Juni 2012 zu einem abgelegenen Parkplatz im Berliner Ortsteil Lübars gelockt und dort erdrosselt worden. Der angeheuerte mutmaßliche Auftragskiller schweigt im Prozess. Auch der Freund der Ermordeten, ein 24-jähriger Pferdewirt, und seine mitangeklagte Mutter haben die Aussage verweigert. Mutter und Sohn sollen das Mordkomplott geschmiedet haben, um 2,4 Millionen Euro aus Lebensversicherungen der jungen Berlinerin zu kassieren. Zwei Anschläge waren gescheitert.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH