07.02.2013, 09:25 Uhr
Schönefeld/Neuruppin (dpa) - Im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen auf der BER-Baustelle nehmen die Ermittler weitere Firmen unter die Lupe. Details wollte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Mittwoch mit Verweis auf das Verfahren gegen den Chef des Märkischen Abwasser-Zweckverbandes aber nicht nennen. Der 62-Jährige und ein Unternehmer (60), dessen Rohrleitungsbau-Betrieb die Trink- und Abwasserleitungen am Flughafen verlegt hat, waren am 24. Januar wegen Verdunklungsgefahr verhaftet worden und sind in Untersuchungshaft.
Bislang haben sie sich zu den Vorwürfen nicht geäußert, sagte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Frank Winter. Bevor er Anklage erhebt, will er abwarten, ob noch eine Einlassung zu erwarten ist. Die Anwälte der Männer wollten die Vorwürfe gegen ihre Mandanten zunächst nicht kommentieren. Laut Staatsanwaltschaft haben sie derzeit noch ergänzend Einsicht in die Akten.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit 2010. Sie geht davon aus, dass bei der Auftragsvergabe für die Abwasserleitungen Einfluss genommen wurde. Im Gegenzug soll die Baufirma dem Verbandschef Vorteile gewährt haben - beispielsweise bei dem Bau eines Einfamilienhauses. Zudem besteht laut Winter der Verdacht, dass die Beschuldigten auch bei der Zusammenarbeit mit anderen Personen oder Firmen ähnlich vorgegangen sein könnten. «Das ist eine komplexe Gemengelage», so Winter. Details wollte er aber solange nicht nennen, wie die Anklage im Hauptverfahren nicht fertig ist.
Unterdessen will die Verbandsversammlung - Kontrollorgan des Zweckverbandes - an diesem Donnerstag (7. Februar) beraten, wie es weitergehen soll. Der Vorsitzende Udo Haase, Bürgermeister von Schönefeld, hat die mehr als 20 Mitglieder zu der außerordentlichen nichtöffentlichen Sitzung geladen. «Wir haben eine Linie vorbereitet», sagte Haase im Vorfeld. Die kommissarische Leitung des Zweckverbandes hat zunächst dessen Kaufmännischer Leiter, Otto Ripplinger, übernommen.
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