Nach Hamburg auswandern

Claudius Mach verlässt Berlin - für Liebe und Karriere

Wenn man, wie der Sänger Claudius Mach ("Feinde bleiben", "Ich denk an dich"), Berlin noch nie länger als für eine kleine Urlaubsreise verlassen hat, dann ist so ein Umzug nach Hamburg fast schon wie Auswandern. Aber Berlin hat es nicht anders verdient. Als Mach im Oktober 2006 im Meistersaal seine CD-Premiere feierte, sagte sein langjähriger Fan, der Comedian Oliver Kalkofe: "Was Text und Musik anbelangt, hat Mach das Zeug zu einem deutschen Robbie Williams. Bloß kennt ihn halt noch keine Sau. Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, wird sich das bald ändern!" Inzwischen hat sich gezeigt: Ganz offensichtlich gibt es diese Art von Gerechtigkeit, die Kalkofe damals beschwor, wirklich nicht.

An seinem Status als Geheimtipp hat sich nichts geändert. Um seine Miete zahlen zu können, musste Claudius Mach mit den Hunden fremder Leute Gassi gehen (was für ihn kein Problem war, weil er Hunde mag) und als Kleindarsteller beim "Valkyrie"-Film von Tom Cruise anheuern. Dass er trotzdem immer noch der vor lauter Optimismus fast platzende Typ geblieben ist, der er schon bei seinem Konzert im Meistersaal war, hat mit seinem Privatleben zu tun. Mach hat sich gerade in eine Hamburgerin verliebt. Er spricht von Heirat, spart schon auf die Trauringe. Und wird deshalb im Februar Berlin verlassen.

In Hamburg lockt aber nicht nur die Liebste, sondern auch eine gewisse Regelmäßigkeit, was das Einkommen anbelangt. Tagsüber wird Claudius Mach in der Werbeagentur eines Freundes arbeiten. Und für vier Abende pro Woche - das lockt ihn am meisten! - sind ihm Auftrittsmöglichkeiten in Clubs versprochen. Derzeit plant Mach für Ende Januar sein Konzert zum Abschied von Berlin. Eine Gästeliste wird es an diesem Abend nicht geben, die zehn Euro Eintritt soll jeder zahlen. Claudius Mach: "Mit den Einnahmen finanziere ich meinen Umzug. Und die erste Kiste Hamburger Rotwein."

Weil der Sänger nicht weiß, ob er mit dem Hamburgern warm wird, lässt er sich ein Hintertürchen offen: Seine Wohnung in Berlin gibt er sicherheitshalber im ersten Jahr in der Fremde nicht auf.

 
Text: Andreas Kurtz, BLZ