Dashboard Confessional "Dusk and Summer"

Juli Dashboard mit Band "Juli"


Was soll man von einer Band halten, deren Name übersetzt soviel wie "Armaturenbrett Beichtstuhl" heißt?

Viel! Immerhin ist Dashboard Confessional die erste und bisher einzige Band, die es geschafft hat, für eine MTV-Unplugged-Show eingeladen zu werden, ohne vorher mit Millionenverkäufen zu trumpfen. Dies hat sie zum Großteil ihren Fans zu verdanken, die mit ihrem Gesang bei den Konzerten einen MTV-Produzenten überzeugen konnten. Dieses Konzert sorgte quasi für den endgültigen Durchbruch der Band.

"DC", das ist in erster Linie Chris Carrabba, der kreative Kopf der Band, sowie die drei Jungs John Lefler, Scott Schoenbeck und Mike Marsh. Im vergangenen Monat haben die vier Jungs die aktuelle Single "Stolen" zusammen mit der deutschen Überflieger-Combo "Juli" aufgenommen. Die Band um Sängerin Eva Briegel outete sich einst selbst als Fan von Dashboard Confessional.

Das neue Album "Dusk and Summer" (Erscheint am 17.08.2007) zeigt dann auch recht eindrucksvoll, warum der MTV-Produzent einen guten Riecher hatte. Schon die erste Single "Don’t Wait" könnte die emotionale Titelmelodie einer erfolgreichen US Fernsehserie werden. Carrabba summt zwischen quietschenden Gitarren und krachenden Drums "to lay your armor down" (deutsch: die Rüstung ablegen), um dann in eine Hook aus "Ooohs" und "Aaahs" umzuschalten, die keinesfalls kitschig klingt.

Die Musik lässt sich zwischen Alternative-Rock und Indie einordnen, manchmal klingt es ein wenig nach den Counting Crows, zumal deren Sänger Adam Duritz beim Song "So Long, So Long" als Gastvokalist aushilft.

Auf dem Album versammeln sich allerlei musikalische Schmuckstücke: "Reason To Believe" ist eher aggressiv, die erwähnte Single "Stolen" gleitet mit Streichern und Synths dahin, und "Slow Decay" macht sogar einen Abstecher in heftige Noise-Gefilde (Textbeispiel: "I’m not dead but I should be."/deutsch: "Ich lebe noch, sollte aber tot sein.").

Zum Song der dem Album seinen Namen gab, sagt Carrabba" Seltsamerweise ist dieser Song ein "klassisch"-akustisches Dashboard-Stück. Ich wusste, dass ich ganz kurz vor Abschluss der Aufnahmen noch einen Song schreiben würde, der alle anderen verbindet. Na ja, so kam es dann auch: "Dusk and Summer" ist dieser Song. Die Grundstimmung ist dermaßen bejahend, dermaßen affirmativ, dass dadurch die gesamte Ausrichtung des Albums noch einmal perfekt auf den Punkt gebracht wird."

Schöner hätten wir es nicht sagen können. Jeder, der auf alternativ angehauchte Rockmusik mit leicht geheimnissvollen Botschaften steht, kann den Griff ins CD-Regal wagen...

VÖ des Albums: 17.08.2007
Text: Rico-Thore Kauert