Seit mehr als zwanzig Jahren ist Hape Kerkeling einer der beliebtesten Entertainer Deutschlands.
Für Formate wie „Total normal“ und „Hape trifft“ ist er mit zahlreichen Preisen wie dem Grimme-Preis, der Goldenen Kamera und dem BAMBI ausgezeichnet worden, nicht zuletzt für seine besondere Fähigkeit, scheinbar mühelos in beliebige Rollen zu schlüpfen.
Doch nicht nur als Schauspieler, Moderator und Comedian ist Kerkeling erfolgreich. Schon 1993 zu seinem Filmdebüt „Kein Pardon“ arbeitete er am Drehbuch mit, an dem u.a. auch sein Partner Angelo Colagrossi beteiligt war.
Jetzt haben beide zusammen mit der Autorin Angelina Maccarone ein „Spielfilm für’s Ohr“ geschrieben, seit dem 30. März als Hörbuch erhältlich. Der Film dazu ist übrigens bereits in Planung.
Zum Inhalt: Norbert Krabbe ist leidenschaftlicher Teilnehmer an Gewinnspielen. Als er einen Fjord in Norwegen gewinnt, entscheidet er sich nach einem Streit mit seiner Frau, zusammen mit der 17-jährigen Tochter nach Norwegen aufzubrechen. Die zurückgelassene Ehefrau und Mutter erhält wenig später die Nachricht, dass Norbert 500.000 Euro gewonnen hat und sich bei der Lottogesellschaft melden muss und beschließt, Ehemann und Tochter hinterher zu reisen. Es beginnt ein nervenaufreibendes Abenteuer mit allerhand Verwechslungen und Missverständnissen.
In „Ein Mann, ein Fjord“ ist Kerkelings Talent zur Rollenvielfalt in Vollendung zu erleben, denn er spricht alle Charaktere, immerhin gut ein Dutzend, selbst. So darf sich der Zuhörer beispielsweise auf den Norweger Lars oder den Pakistani Kele freuen. Ein mittlerweile allseits bekannter Charakter ist auch dabei: Horst Schlämmer, einer der ganz großen Würfe in Kerkelings beeindruckender Karriere.
Die Figur Horst Schlämmer ist für den Inhalt des Stücks allerdings völlig entbehrlich. Warum er dennoch den Weg ins Hörbuch fand, muss wohl aufgrund seiner außergewöhnlichen Komik leider am Hörbuch selbst liegen, das ohne ihn auch allzu fade geblieben wäre.
Die Grundidee von „Ein Mann, ein Fjord“ ist sicher gefällig, und Kerkeling überzeugt mit seinen schauspielerischen Qualitäten auf ganzer Linie. Doch das Stück ist einfach zu langatmig, um vollends zu überzeugen. Das liegt sicher auch daran, dass Kerkeling eben nicht nur die Dialoge, sondern auch die Regieanweisungen spricht.
Anstatt sich also ein Drehbuch von immerhin 2 Stunden und 18 Minuten vorlesen zu lassen, selbst wenn dies durch einen grandiosen Kerkeling geschieht, sollte man lieber auf den Film warten. Auch wenn sich da noch die Frage auftut, wie er dort alle Figuren selbst übernehmen soll.
Text: Benjamin P. Lange
MP3-Links:
Hörprobe "Ein Mann, ein Fjord!"
Horst Schlämmer zu "Ein Mann, ein Fjord!"
HAPE KERKELING MP3-Interview:
Was ist das genau, Ein Mann, ein Fjord! ?
Worum geht es in der Geschichte?
Wer sind die wichtigsten Personen?
Darf man verschiedene Dialekte und Sprachen erwarten?
Ein Wort zu den Autoren.
Folgt dem Spielfilm für's Ohr auch ein Film?
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