Wer ist der coolste Typ, den es in Berlin gibt? - BerlinOnline hat ihn gefunden. Hier kommt die ultimative, einzig wahre Liste!

Platz 1: Hans-Christian Ströbele

Grün, bürgernah und auf dem Boden geblieben. Seit 1998 ist der 75-Jährige für Bündnis 90/Die Grünen Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2002 mit einem Direktmandat aus Friedrichshain-Kreuzberg. Seine wichtigsten Tätigkeitsbereiche liegen in der Rechts-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik. So setzt er sich beispielsweise gegen nationalistische Tendenzen in Deutschland (WM 2006) oder gegen Bundeswehreinsätze im Ausland ein, er gilt als Befürworter der Legalisierung von Hanf („Gebt das Hanf frei!“) und traf als erster deutscher Politiker Edward Snowden im Oktober 2013 in Moskau. Seitdem setzt sich Ströbele für eine Befragung des Whistleblowers in Deutschland ein, die von der Regierung bis heute abgelehnt wird. Durch Kreuzberg fährt Ströbele vor allem mit dem Rad, bei Demonstrationen ist er oft in der ersten Reihe zu finden. Ströbele spendet einen großen Teil seines Gehalts als Bundestagsabgeordnete.

Seine Bürgernähe und sein unnachgiebiger Einsatz für Deutschland, Berlin und seinen Bezirk gepaart mit seinen Überzeugungen, von denen er nicht abweicht, bringen ihn auf Platz 1 unseres Rankings der coolsten Typen Berlins.

Hans-Christian Ströbele dpa

Platz 2: Sara und Milena

Zwei junge Frauen in Kreuzberg haben sich dem Problem "Plastikmüll" gestellt. Sara Wolf und Milena Glimbovski eröffneten im September 2014 den ersten Original Unverpackt Laden in der Wiener Straße . "Wir glauben, dass Einkaufen nach dem jetzigen Modell nicht zukunftsfähig ist. Ein Wandel zu unverpacktem Einkaufen ist auf Dauer umweltschonender und hat den größeren Gesamtnutzen für die Gesellschaft", sagen Sara und Milena, und: "Unverpacktes Einkaufen bedeutet erheblich weniger Müll und weniger Lebensmittel, die weggeschmissen werden, da jeder die Menge abfüllen kann, die er benötigt."

Sara und Milena gehören für uns zu den coolsten Menschen in Berlin - weil sie Probleme nicht nur erkennen und über sie reden, sondern wirklich etwas tun.

Original unverpackt dpa

Platz 3: Franziska Giffey

Natürlich ist sie cool. Eine junge Frau, Bezirksbürgermeisterin  von dem Problembezirk , den sie zu einem "glücklichen, aktiven, sauberen, zu einem einzigen großen, gemeinsamen Netzwerk" machen möchte. Neukölln. Franziska Giffey  ist erst 36 Jahre alt, war schon Europabeauftragte, Bildungsstadträtin und hat ganz nebenbei ein Promotionsstudium absolviert. Die Schulräte, mit denen sie zusammen gearbeitet hatte, finden sie bis heute toll. Außerdem geht sie gegen Islamisten in Neukölln vor, während sie sich im gleichen Atemzug für den Islam stark macht. Jeden Neu-Eingebürgerten in Neukölln begrüßt sie persönlich. Hut ab und keep cool. Denn Sie kriegen’s ganz bestimmt immer öfter hin: "Neukölln macht glücklich. Nicht immer, aber immer öfter."

Franziska Giffey dpa
Die Bezirksbürgermeisterin von Neukölln, Franziska Giffey. Foto: B. v. Jutrczenka

Platz 4: Helmut

Ja: Hier gibt's einen Haufen Superlative - aber vollkommen zu Recht. Adrian Schull zum Beispiel, der als "Helmut" die so ziemlich beste Musik macht, die es hier in Berlin gibt. Die Konzerte sind immer Highlights. Zuerst achtet man auf seine Füße, auf die Loops, fragt sich, was für ein Gehör dieser Mensch haben muss - bevor man ganz darin aufgeht, in den Tönen, in den Schleifen, die immer auf einen Kern zurückgehen, der sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Hinter Milchglas brennende Texte. Gitarrenläufe. Handclaps. Snaps. Die klare weiche Stimme. Kein Element hat mehr Gewicht als das andere. Und unzählige Ideen laufen zusammen in einem großartigen Album: Polymono .

Adrian Schull aka Helmut Altan Eskin

Platz 5: Michael Bohmeyer

Einer, der nicht nur über "Grundeinkommen" spricht, sondern einfach mal macht. Erst eins, dann ganz schnell das zweite und mittlerweile zehn Grundeinkommen hat der Berliner Michael Bohmeyer an Menschen in ganz Deutschland über Crowdfunding verlost. Unter den ersten 10 GewinnerInnen, die ein Jahr lang jeden Monat 1000 Euro erhalten, sind ein 9-jähriger Schüler, eine Rentnerin, eine Angestellte und ein Umschüler. 90 weitere soll es bis Ende das Jahres 2015 geben. Im April 2015 wurde ihm und seinem Projekt "Mein Grundeinkommen " der Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie "Gesellschaft" verliehen.

Sammelt für ein Bedingungsloses Grundeinkommen: Michael Bohmeyer Michael Bohmeyer

Platz 6: Julian Marhold

Wer neu nach Berlin kommt (und cool drauf ist), dem sollte man eigentlich empfehlen, zuallererst die Yes Bar  in Prenzlauer Berg aufzusuchen. Hier steht nämlich Julian hinter der Theke, und wer Julian kennt, der kennt auch Berlin. Er ist einer der wärmsten, lustigsten, wunderbarsten Menschen, der für alle Gäste seiner Bar ein offenes Ohr hat und überhaupt: Die Menschlichkeit ist das, was die Yes-Bar ausmacht. Abgesehen vom Design, das natürlich auch von Julian kommt. Denn eigentlich ist er Architekt. Und Psychologe. Und Koch. Und Superman. Und Vater. Und neuerdings sogar Eisproduzent... Ihr wollt mehr wissen? Geht in die Yes Bar .

Julian Marhold - Yes Bar Johannes Groß

Platz 7: Simi Will

Wenn sie auf dem Biertisch sitzt, hoch oben über der Menschenmasse in der Neuköllner Kiezkneipe, dreht sich alles nur noch um sie. Egal, wer als Talkshow-Gast auf dem Plätzchen neben ihr sitzt. Und das weiß sie. Simi Will ist eine Kanone, sie kann reden ohne Punkt und Komma, sie kann sich über sich selbst amüsieren – am meisten - und rauchen wie ein Schlot. Wenn sie loslegt, kann man nur darüber staunen, was aus dieser kleinen Frau alles heraus kommt. Und dann will man sie wieder erleben, und wieder, und wieder. Simi Will in Höchstform. Nicht nur während ihrer Show im Stüberl, sondern eigentlich immer. Cooler muss man erstmal sein.

Simi Will Simi Will

Platz 8: Robin Thiesmeyer

Es gibt gerade in Berlin unendlich viele KünstlerInnen, die versuchen, einen eigenen Stil zu etablieren. Eine ganze Reihe von ihnen schafft es nicht. Oft liegt es daran, dass der Mut fehlt, zu sich selbst zu stehen und das zu tun, was aus dem eigenen Kopf kommt und möglichst keine Kopie ist von Vorbildern und Idolen.

Robin Thiesmeyer ist ein bescheidenes Genie. Er hat einen so eigenen Kopf, eine so eigene Haltung, lebt in einer so eigenen künstlerischen Welt, dass es nur Freude macht, seinen Weg mit zu verfolgen. Hier sprechen Tiere. Zeigen bittere, absurde, komische Lebensausschnitte, die von jedem Betrachter nachvollzogen und mit dem eigenen Alltag in Verbindung gebracht werden können. Es etabliert sich eine Parallelwelt, die süchtig macht.

Mehr zu Robin Thiesmeyer...

Blog "metabene" 

Twitter "metabene" 

taz, 15. Februar 2015 

Der Künstler Robin Thiesmeyer an seinem Arbeitsplatz in Schöneberg. BerlinOnline/akh

Platz 9: Elena Brückner

Elena Brückner ist eine Heldin. Das kann man ohne Übertreibung sagen, denn was sie bereits für Berlin getan hat und noch immer tut, ist außergewöhnlich. Musik verbindet Menschen aller Bezirke, aller Schichten, aller Herkünfte. Und Elena Brückner organisiert gemeinsame Musikabende im gemütlichen Wohnzimmer im Rahmen von "Live in the Living".

Hochkarätige Bands lieben dieses Format und kommen immer wieder, auch wenn sie hier kein Vermögen verdienen. Das Publikum hat jeden der hier entstehenden magischen Abende Elena Brückner zu verdanken - einer Frau, die über einen außerordentlichen Musikgeschmack verfügt und darüber hinaus über die besten Kontakte, ein großartiges Organisationstalent und eine bewundernswerte Offenheit für alles Neue...

Live in the Living - Konzerte in Berlin Gerald Riechmann

Platz 10: Komet

Als "Komet" gehört Bernhard Ernste mittlerweile zum Inventar vieler Berliner Elektro-Clubs. Stets gut gelaunt und im farbenfrohen Outfit tanzt der 66- Jährige durch das Nachtleben der Hauptstadt und versucht, mit Hilfe seiner Seifenblasen ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zu zaubern. Diese Beharrlichkeit zahlt sich aus: Überall auf den Straßen wird er erkannt, er avancierte zum Werbestar und gibt in diesem Sommer erstmals einem Openair-Festival seinen Namen. In unserer Liste steht er für alle BerlinerInnen, die sich weigern, älter zu werden.

Quelle: BerlinOnline/akh/hb/pd
(Bilder: dpa; Altan Eskin; Michael Bohmeyer; Johannes Groß; Simi Will; BerlinOnline/akh; Gerald Riechmann; Flickr/cc/Hendrik Wieduwilt )