Ungewöhnlich heiraten in Berlin

Brautpaar vor Nilpferdgehege Zoo Berlin

"Ja, ich will dich" – mit Nilpferd

Die Berliner trauen sich – und sie lieben es, ungewöhnlich zu heiraten. Fast jede fünfte Ehe schließen sie außerhalb der Standesämter. In Mitte war es im vorigen Jahr sogar nahezu jede dritte Ehe. Tendenz steigend. Ob über den Wolken oder unter Wasser, im Zoo oder auf dem Fernsehturm – die Auswahl der ungewöhnlichen Orte für die Heirat in Berlin ist riesig.

Ein tierisches Vergnügen

„Tierisch gute Trauungen“ gibt es im Flusspferdhaus des Berliner Zoos. Allerdings sind die Kolosse durch dicke Glasscheiben von den Besuchern getrennt. Eine etwas lautere Geräuschkulisse erwartet die Paare, die sich in der Freiflughalle des Zoos trauen: Vogelgezwitscher, Wasserfälle und eine üppige Vegetation sorgen für tropische Atmosphäre. Exotik der etwas anderen Art bietet der Tierpark Friedrichsfelde: Hier können Paare unter den kritischen Blicken afrikanischer Primaten die Ringe tauschen.

1.500 tropische Fische sind „Trauzeugen“

Freunde karibischer Tauchfreuden müssen nicht Tausende von Kilometern um den Erdball reisen. Schließlich kann man sich im Aquadom-Sealife-Aquarium unter Wasser trauen lassen. Und man wird noch nicht einmal nass: In der Lobby des Radisson SAS Hotels hält der gläserne Aufzug mitten im weltweit größten zylindrischen Aquarium zur Trauung an. Und 1.500 tropische Fische sind „Trauzeugen“.

Im Bauch des Walfischs

Nicht ganz so spektakulär, aber seit Jahren beliebt: Schiffstrauungen. Die Fans des nassen Elements können wählen zwischen fest vor Anker liegenden Schiffen – wie dem ehemaligen holländischen Zweimastsegler von 1891, der heute das Restaurant "arsVivendi" beherbergt und dem Standesamt Treptow-Köpenick als Außenstelle dient. Oder man heiratet im Bauch eines Walfischs – im von Tegel aus über die Wellen schippernden „Moby Dick“.

Brautpaar vor Rosinenbomber Air Service Berlin GmbH

Bund des Lebens auf 203 Metern

Paare, die zwar die Stadt zu ihren Füßen liegen sehen, aber dennoch die Bodenhaftung nicht verlieren wollen, können in 203 Metern Höhe den Bund fürs Leben schließen. Mit 54 Trauungen lag der Fernsehturm im vergangenen Jahr auf Platz zwei in der Hitliste. Ein Paar konnte es gar nicht mehr erwarten, endlich Ja zu sagen: Um 6.06 Uhr trat es am 06.06.06 bereits vor den Beamten. Beim magischen Datum in diesem Jahr muss sich das erste Paar eine Stunde und eine Minute länger gedulden: Los geht’s am 07.07.07 „erst“ um 7.07 Uhr.

Aber bitte mit Symbolkraft

Eine einzigartige Umgebung für den schönsten Tag im Leben bietet der Chinesische Garten, einer der „Gärten der Welt“ im Erholungspark Marzahn. Mit seiner auf Einheit, Glück und Harmonie bezogenen Symbolik ist der von chinesischen Fachleuten gebaute "Garten des wieder gewonnenen Mondes" für Trauungen wie geschaffen. Kein Wunder also, dass im "Steinboot", einem mit chinesischem Mobiliar prachtvoll ausgestatteten Gebäude in Schiffsform, pro Jahr mehr als 100 Ehen geschlossen werden.

Natürlich fühlen sich frisch Vermählte wie im siebten Himmel. Um dieses Glücksgefühl noch zu unterstreichen, kann der entsprechende Sternenhimmel auch gleich bei der Trauung hinzugezaubert werden: im Planetarium der Wilhelm-Förster-Sternwarte ebenso wie in der ältesten deutschen Volkssternwarte, der Archenhold-Sternwarte im Treptower Park.

Text: Online Magazin Berliner Akzente