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Soundtrack zum Sex
zvg
Wechselwirkung von Lust und Lauten: Wo geht’s ab? Und was geht gar nicht?
Musik zum Sex? Klar! Mit Musik geht schließlich alles besser - also auch der Sex, oder? Ja, sagen Hirnforscher. Denn Musik hören wirkt auf die Lustzentren im Hirn, setzt Endorphine frei und kann somit das erotische Erlebnis intensivieren. Kann. Wenn die passenden CDs griffbereit im Regal liegen. Also, was taugt als Beischlaf-Untermalung?
50 Cent oder klassische Musik?
Kommt drauf an, wen man mehr in Stimmung bringen muss. Da gehen die Vorlieben der Geschlechter doch etwas auseinander, wie eine Umfrage des Gewis-Instituts zeigte: Rapmusik à la 50 Cent, wie sie ein Drittel der Männer bevorzugen, ist nicht gerade der Sound, der Frauen schwach werden lässt. Die stehen eher aufs erotische Rahmenprogramm "Mozart und Champagner". Und haben dabei den Sexforscher Prof. Werner Habermehl voll auf ihrer Seite: Der stellte fest, dass klassische Musik für das gelungene Schäferstündchen zu bevorzugen sei. Und empfiehlt die sinnliche Jupiter-Symphonie von Mozart.
Apropos Klassiker. Es mag ein Gerücht sein, doch der sanft dröhnende Soul-Bariton von "Mister love" Barry White soll für mehr Babys gesorgt haben als jede Nacht mit Stromausfall. Es kann also nicht schaden, auszutesten, ob "Honey please, can't ya see" und "Can't get enough of your love, babe" immer noch funktionieren. Auch "Sexual healing" von Marvin Gaye soll - zumindest bei unseren britischen Nachbarn - noch ganz oben auf der Hitliste der beliebtesten "Beim-Sex-Songs" sein.
Sixty/www.sxc.hu
Die umwerfendste Stöhnvorlage aber ist und bleibt "Je t'aime" von Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Das schmachtet ihnen keiner nach.
Wenigstens einmal im Leben, so heißt es, müsse man Sex zu Maurice Ravels "Boléro" gehabt haben. Deshalb denkt jeder, der den "Bolero" hört, an Sex. An guten Sex. Tatsächlich ist das wohl eher anstrengender Sex. Aber man kann damit zumindest den Nachbarn wissen lassen, dass man überhaupt welchen hat.
Mick Jagger schwört auf indische Musik
Musikalisches Viagra muss keinen Rammel-Rhythmus haben. Und auch mit dem Mythos von "Sex and Rock 'n' Roll" ist das nicht weit her. Mick Jagger zum Beispiel schwört auf - Meditationsmusik! Ist wahr. Er lässt sich von indischer Musik inspirieren. Die auf der Sitar gezupften Ragas sind sein bevorzugter Sex-Soundtrack: "Sie sind alle sehr lang und sie haben alle Höhepunkte", so Jagger (preist er da etwa auch seine Liebhaber-Qualitäten an?).
Wie auch immer, der leiernde Sitar-Sound ist nicht jedermanns Sache, eher was für Tantra-Sex-Jünger. Hat aber eben den Vorteil, auch eine leidenschaftliche Marathon-Nummer musikalisch auszufüllen. Mit den üblichen Drei-Minuten-Musikstückchen kann man da schnell mal in die Bredouille kommen. "Kannst du mal auf ,Repeat' drücken" ist nicht ganz das, was der oder die Liebste kurz vor dem Höhepunkt hören möchte.
Da bieten sich dann doch die vielen Sampler an, die der Handel fürs Liebesleben so bereithält. Aber bitte vorher unbedingt mal reinhören. Denn ob "Kuschelrock" und Co. diesen speziellen Zweck erfüllen, darf bezweifelt werden. Oder törnt es jemand an, Songs wie "Mandy" von Barry Manilow und "Careless whisper" von George Michael quasi in der Endlosschleife zu hören? Da stellt man sich doch lieber seine eigenen Top-Sex-Songs zusammen.
Und was empfiehlt der Radio-Moderator?
Aber was ist nun der optimale Sound fürs Schlafzimmer? Außer Mozart und Marvin Gaye. Fragen wir doch den Fachmann. "Mit Soul und R&B liegt man immer richtig", weiß Ingmar Stadelmann, Radio-Moderator der Toastshow auf Energy Berlin. "Zum Einstimmen favorisiere ich Robin Thicke, ,Lost without you' ist da genau richtig. Michael Jackson funktioniert nach wie vor, etwa ,Lady in my life' und ,Butterflies'. Miles Davis ist auf jeden Fall eine gute Wahl, wenn's länger gehen soll. Justin Timberlake eher was für alle, die noch jung und spritzig sind. Und klar, Prince ist ein Klassiker, ,Call my name' - das ist es doch, was man hören will beim Sex. Ganz aktuell vielleicht auch Milow mit ,Ayo technology', das lieben die Frauen. Ja, und wenn man sein Durchhaltevermögen stärken muss, legt man halt Söhne Mannheims auf ..."
Den Beischlaf mit Musik zu begleiten, ist übrigens nicht sehr verbreitet. Vielleicht geht es vielen wie Schmuse-Rocker Sasha. Der dreht im Schlafzimmer die Regler runter - "weil man Gefahr läuft, sich dabei dem Takt unterzuordnen". Auch ein Argument. Aber um die Endorphine erst mal auf die Strecke zu bringen, ist etwas rhythmische Starthilfe nie verkehrt.
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