Rohrzange fürs Ohr
www.miniblings.de
Eine weniger als zwei Zentimeter lange Miniaturzange brachte sie auf die Idee: Daraus könnte sie doch einen Ohrring gestalten. "Ich bin gar nicht so ’n Schmuckträger", sagt Produktdesignerin Nina Nitsch. "Aber die Rohrzange im Ohr fand ich witzig.“ Nicht nur sie. Freundinnen rissen ihr die Werkzeug-Ohrringe geradezu aus den Händen. Das war vor drei Jahren. Inzwischen können Fans Ninas "Miniblings" bundesweit in 28 Läden kaufen, rund ein Dutzend davon in Berlin. Und in ihrem Online-Shop.
Mehr als 250 Stücke hat sie im Angebot. Besonders beliebt: Schmuck, der sich Berufsgruppen zuordnen lässt. Da gibt es die Schneebesen-Kettenanhänger für den Koch, die Scheren-Ohrringe für die Schneiderin, die Kette mit dem klitzekleinen Aktenordner-Anhänger für Büroinsassen. Und den Bestseller: die Miniatur-Instrumente. Das daumengroße Keyboard oder die Mini-Geige samt Köfferchen sind als Anstecker ebenso gefragt wie Tuba, Trompete und Klarinette. "Damit habe ich schon ganze Orchester ausgestattet", sagt Nina. "Und Altherren-Blaskapellen."
Das Gros ihrer Kunden sind aber junge Frauen bis 30. Die entscheiden sich gern auch mal für die vergoldeten Kerzenleuchterohrringe – passend zum kleinen Schwarzen. Oder die winzigen Musikkassetten. Weil Tapes gerade wieder absolut angesagt sind, gießt Nina die Retro-Medien aus Kunstharz, lackiert die Winzlinge, versieht sie mit millimetergroßen Etiketten – ganz so wie in den 70ern, als wir alle noch unsere Tapes mit Hingabe und Akribie beschriftet haben.
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Text: Online-Magazin Berliner Akzente