- Berlin Aktuell
- Kino & Film
- Musik & Konzerte
- Clubs & Party
- Leben & Leute
- Orte & Videos
- Liebe & Dating
- THEMEN
- SERVICE
|
Frida Weyer macht den Abend kurz
Geht es nach dem Shootingstar der deutschen Modewelt inszeniert Frau ihren Auftritt zukünftig mit viel Haut. Die Berliner Modedesignerin Frida Weyer zeigte bei der Mercedes Fashion Week ihre Kleider für den Sommer 2010 und die waren vor allem eins: kurz, klein und sehr feminin.
Fachpublikum, Fotografen und Gäste sahen im Saal des Varieté Chamäleon 21 Kreationen. Am Ende war klar: Das lange Abendkleid, auffällige Muster, knallige Farben und harte Kontraste sind out. Auch Hosen gab es in der aktuellen Weyer Kollektion nicht zu sehen.
Stattdessen trägt Frau im nächsten Sommer ein unifarbenes Minikleidchen mit hauchdünnen Trägern und viel freiem Rücken. Oder eine knielange Kreation mit weitem Rock, enger Taille und figurbetontem Oberteil. Trotzdem wirken die Kleider nicht aufdringlich sexy. Zarte Farben, fließende Stoffe, Perlen und feminine Schnitte verleihen den Kleidern einen eleganten Touch.
Opulenz als Zitat
Auch die von Weyer in früheren Entwürfen gefeierte Opulenz bleibt erhalten, allerdings eher als Zitat denn als Stil. So werden mal die Armausschnitte schlichter Kleider von großzügigen Chiffonrüschen umrahmt oder überdimensionierte Blumenapplikationen machen aus einem einfachen Minikleid ein modisches Kunstwerk. Das Lyrisch-Romantische, das Kritiker Weyers Stil attestieren, wird nun durch Details in glänzendem Satin, flatternden Schleifen oder schwingenden Perlenapplikationen transportiert. Auch der Lagenlook, den Weyer auf elegante Weise neu interpretiert, wirkt nun geheimnisvoll und sehr ästhetisch. So liegt über einem Minikleid in Mint ein weißes, filigranes Gewebe. Bei einer Kleidkombination aus cremefarbenen Plisseerock mit schwarzem Oberteil mildert eine zweite Schicht aus hellem, spitzenähnlichem Stoff über dem Top den harten Kontrast.
Peach is back
In der neuen Kollektion bleibt Frida Weyer ihrem „nude-style“ treu, denn DIE Farbe des nächsten Sommers ist bei ihr ein zart-pastelliger Pfirsichton. In leicht kräftigerer Nuance wurde dieser übrigens schon in den späten 1980ern als „Peach“ von Pop-Sänger Prince besungen und getragen. An diese Ära erinnert auch der Entwurf für das ebenfalls sehr kurze, mit einem Überrock und Spitzenträgern versehene „Kleine Schwarze“: Wie vor 20 Jahren durchziehen Glitzereffekte den Stoff.
Auch bei anderen Kreationen kann man immer wieder Anspielungen auf vergangene Moden entdecken: Mal erzeugt ein Kleid eine Silhouette wie in den 1940ern, nur mit stark verkürztem Saum. Mal schwingt das Plissee so schön wie einst bei Marilyn Monroe. Dann wieder betonen Satinbündchen die Taille wie in den 1950ern.
Am Ende der Show gab zwar keine Jubelszenen, aber einen langen, ehrlichen Applaus. Und sollte der nächste Sommer mal wieder richtig warm werden, wird man sich über den Anblick von Frauen in Frida Weyers Kleidern auf Berlins Straßen sehr freuen.
Text: Antje Kraschinski, BerlinOnline
|
|