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Mit dem Boot zum Einkaufen
Markus Wächter
Berlins neuestes Shopping Center steht am Wasser
Zur "Alten Liebe Tempelhof" gelangt man über einen etwa 300 Meter langen Holzsteg. Der frühere Lastkahn Glauchau, nun Restaurant- und Veranstaltungsschiff, ist gestern auf diesen Namen getauft worden. Alte Liebe Tempelhof - so nannte man früher den Hafen am Tempelhofer Damm. In den Jahren 1904 bis 1908 wurde er gebaut, nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg aber nur noch wenig genutzt, er entwickelte sich zur Stadtbrache. Seit 2007 drehten sich dort wieder Kräne: Für rund 100 Millionen Euro hat die HLG Projektmanagement GmbH aus Münster in Kooperation mit der Deutschen Industriebank AG das 4,5 Hektar große Gelände zwischen Teltowkanal und Ordensmeisterstraße entwickelt. Am 29. April um 8 Uhr öffnet dort Berlins neuestes Shoppingcenter.
Mit dem Boot zum Einkauf
"Berlins einziges Einkaufszentrum, in das man auch mit dem Schiff kommen kann", sagt HLG-Geschäftsführer Christian Diesen. Denn der Steg, der zur "Alten Liebe" führt, ist nicht nur für Fußgänger gedacht. Dort können auch Wassertouristen ihre Boote festmachen - und dann in der Mall ihre Einkäufe erledigen. Unter den 70 Geschäften sind bekannte Namen, die in fast jedem Shoppingcenter zu finden sind: H & M, Media Markt, C & A. Das Besondere aber ist das Center selbst: eine behutsame Mischung aus alter und neuer Bausubstanz. Denn der denkmalgerecht rekonstruierte frühere Speicher, in dem einst auch Lebensmittel der sogenannten Senatsreserve lagerten, wurde mit einem viergeschossigen Neubau verbunden. Insgesamt 19 500 Quadratmeter Verkaufsfläche entstanden sowie 600 Parkplätze. Einer der Großmieter mit mehr als 4 000 Quadratmeter Fläche ist Edeka, das dort mit Berlins erstem E-Center den größten Edeka-Markt der Hauptstadt eröffnet. Der Speicher bietet jedoch nicht nur Platz für Läden. Ende des Jahres sollen dort auch ein medizinisches Zentrum mit 18 Arztpraxen und eine Ballettschule eröffnen.
Stadtteilzentrum mit maritimem Flair
"Ein jahrzehntelanger Traum wird wahr", sagt Ekkehard Band (SPD), der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg. Denn schon 1989, wenige Monate vor der Wende, habe es erste Überlegungen dazu gegeben, das Areal am Teltowkanal neu zu beleben. "Jetzt ist es endlich geschafft." Der neue Tempelhofer Hafen werde auf den gesamten Tempelhofer und Mariendorfer Damm ausstrahlen, sagt Band. "Bisher fuhren die Leute in andere Bezirke zum Einkaufen, jetzt werden auch von anderswo Kunden hierherkommen."
Der Hafen versteht sich nicht nur als Shoppingcenter, sondern als Stadtteilzentrum mit maritimem Flair. Ein Kinderspielland wird noch bis Ende des Jahres gebaut, auch die beiden Molen sollen künftig für eine Freizeitnutzung zur Verfügung stehen. Grünflächen am Hafenbecken erwarten ebenso Besucher wie Gaststätten. Ein einst angedachtes Badeschiff konnte laut Diesen wegen einer Baustelle noch nicht verwirklicht werden. "Das Centermanagement wird das Thema aber weiterverfolgen", verspricht er.
Text: Birgitt Eltzel, Berliner Zeitung
Öffnungszeiten: Mo bis Sa 10 bis 20 Uhr, Fr bis 22 Uhr
Tempelhofer Hafen
Ordensmeisterstraße 3, 12099 Berlin
( Stadtplan)
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