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Pimp my Handy
Moeko Ishida im Deco Loco
Andreas Labes
Moeko Ishida hat aus Japan einen Trend nach Berlin gebracht: Dekoden
Handys, die aussehen, als wenn sie in eine Kiste mit selbstklebendem Klitzerkram gefallen wären, sind in Japan seit ein, zwei Jahren der neueste Schrei. Es gibt sogar schon Zeitschriften, die sich mit nichts anderem beschäftigen. Dekoden heißt der Trend, das Wort ist eine Kombination der japanischen Wörter für Dekoration (dekoreshyon) und Telefon (denwa). Handys, MP3-Player oder Kopfhörer werden vor allem mit Strasssteinen, aber auch mit Perlen, Pailletten und Plastikblumen aufgemotzt und so zum Aufsehen erregenden Unikat.
In Japan würden Nagelstudios nicht nur Nägel verzieren, sondern auch Handys und andere elektronische Kleingeräte, sagt Moeko Ishida. Die 25-Jährige ist Japanerin und lebt seit 19 Jahren in Deutschland. Aus ihrer Heimat hat die gelernte Maskenbildnerin den Trend in die Berliner Brunnenstraße gebracht, wo sie auch wohnt.
Auch Ihr iPod kann schicker werden
Vorige Woche eröffnete sie dort den Laden Deco Loco. Der ist in rosa, weiß und hellgrau gehalten und ziemlich plüschig. In durchsichtigen Plastikkugeln schweben funkelnde Handys über weißen Federn, von einer Lampe hängen Kristalle herab und im Hintergrund läuft japanische Popmusik. Jeder, der sein Handy zum Unikat machen möchte, kann sich dort aus einem Katalog das passende Motiv heraussuchen und sein Handy dann Ishida überlassen. Die verziert es in mühsamer Handarbeit, indem sie mit einem Spezialkleber vor allem Strasssteine auf die Oberfläche klebt. Rund drei Stunden braucht die Japanerin dafür, sie hat auch ein Ersatzhandy für jene, die ständig erreichbar sein wollen.
Wer das Werk nicht für immer haben will, kann auch eine Folie darunterkleben lassen, mit der der Schmuck wieder abgezogen werden kann. Auch fertig verzierte Hüllen für iPods werden verkauft, außerdem Ketten und Sticker fürs Handy. Je nach Aufwand kostet das Verzieren ab 13 Euro für einen Buchstaben oder ein Symbol, für ein rundherum mit Glitzersteinchen beklebtes Gerät muss man ab 52 Euro rechnen. "In Japan ist das richtig teuer, da kostet das 200 oder 300 Euro", sagt Ishida. Aber da die Deutschen das ja erst mal kennen lernen müssten und wegen der Lage ihres Shops, macht sie es billiger. Die 25-Jährige ist optimistisch, dass sich auch Berliner für Dekoden begeistern - zumindest Frauen. Deutsche Männer haben ihr schon gesagt, das sei eher was fürs andere Geschlecht.
Deco Loco
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 12 - 19 Uhr, Sa 15 - 20 Uhr
Im Internet: decoloco.web.fc2.com
Text: Eva Dorothée Schmid
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