Wehe, wenn die Puste ausgeht
Gerangel am Korb: Der Torwart schützt ihn mit seinem Körper.
Katrin Starke
Hier liegt der Torwart auf dem Tor, hier tauchen die Spieler mit roten Striemen auf: Unterwasser- rugby erinnert an die Fütterung im Haifischbecken. Ein Team aus Berlin hat sich den Spitzenplatz der Bundesliga erkämpft, und unsere Autorin Katrin Starke war beim Training dabei, um einmal über den Beckenrand zu schauen.
Ein junger Mann wartet in der Eingangshalle zum Kombibad Mariendorf. Auf die Frage, ob er vielleicht zum Unterwasserrugby-Team gehört, schüttelt er vehement den Kopf. "Nee, das is’ nix für mich", antwortet er kategorisch. "Haben Sie mal gesehen, wie die aussehen, wenn die aus dem Wasser kommen? Mit roten Striemen und völlig verkratztem Rücken." Andreas Schuster, Teammitglied in der Meistermannschaft des Vereins "BerlinerUnterwas- serRugby", lacht, als ich ihm diese Anekdote später erzähle.
Kampf um den Ball: Unterwasserrugby gilt als harter Sport.
Finger verbiegen und beißen streng verboten
"Ja klar, Kratzer kommen vor", gibt der 27-Jährige zu, der gerade sein Studium der Elektrotech- nik abgeschlossen hat. Auch Finger könnten schon mal abknicken. Un- terwasserrugby gilt als harter Sport. "Hart, aber fair", betont Andreas, blond, gut durchtrainiert, eher zurückhaltend. Im Vergleich zum Fußball- spielen sei die Verlet- zungsgefahr äußerst gering. "Da ist ein Kratzer mir doch lieber als ein gerissenes Innenband", zieht er den direkten Vergleich.
Wenngleich bewusstes Kratzen streng verboten ist. Ebenso wie Finger verbiegen oder beißen, schlagen und treten. Auch die Ausrüstung ist tabu: Weder Maske noch Flosse darf ein Spieler seinem Kontrahenten abreißen.
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