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Flitzen auf Fingerspitzen
Katrin Starke
Fingerboarding heißt der Funsport, der gerade seinen Siegeszug durch Berlin antritt. Ganze Schulklassen können von den kleinen Brettern nicht die Finger lassen und flitzen mit ihnen über Miniatur-Rampen, die bis zu 1.500 Euro kosten. Sogar in nationalen Wettbewerben treten mittlerweile Sportler auf den Fingern an.
Schwungvoll saust Geronimo mit seinem Board die Rampe hoch, ein kleiner Sprung, im Nu hat er das Treppengeländer erklommen. Schräg steht sein Brett auf dem Metall, die Rollen drehen frei. Beim Runterrutschen kracht das Board scheppernd zur Seite. Der "Slidetrick" misslingt. Doch der 13-Jährige mit der dunkelblonden langen Mähne nimmt’s gelassen. "Auf ’nem richtigen Skateboard hätte das echt krass werden können", schätzt er ein. Aber das Board, mit dem der Junge seine Tricks übt, ist eine Miniatur-Version. Nur mit gespreiztem Zeige- und Mittelfinger steuert er sein Sportgerät.
Ein Laden nur für Mini-Boards
Stundenlang proben er und sein Kumpel "Flips" und "Grinds", wie die Tricks in der Skateboard-Szene heißen, lassen ihre Bretter springen und sich um die eigene Achse drehen. Ganze Schulklassen sind schon vom Fingerboarding-Virus erfasst – ein Virus, das höchst ansteckend ist und sich rasant ausbreitet. Schuld daran ist Timo Kranz. Der 34-Jährige hat im vergangenen Jahr in Friedrichshain den "Blackriver Flagship Store" eröffnet, in dem sich alles um die kleinen flinken Bretter dreht.
Noch ist es leer: Doch nach Unterrichtsende stürmen ganze Schulklassen den Laden.
Katrin Starke
Timo ist Skateboarder mit Leib und Seele. Seit vielen Jahren. Als Profi mit diesem Sport einmal sein Geld zu verdienen, war sein Kindheitstraum. Vielleicht wäre der auch in Erfüllung gegangen, wenn ihm nicht der Körper einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Nach mehreren Knie-Operationen musste er seinen ambitionierten Wunsch von der Karriere auf dem schnellen Brett an den Nagel hängen – aber nur, was das "große" Brett anging. Denn mit seinem Faible fürs Asphaltsurfen hatte Timo schon Ende der Neunzigerjahre auch seine Leidenschaft fürs Fingerboarding entdeckt.
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