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Mai Tai mit Aussicht
Deck5
Markus Waechter
Wohin bei der Hitze? In den Dach-Restaurants und -Bars lässt es sich ganz gut aushalten
Eigentlich müssten sie Mathe lernen, für die Klausur heute. Aber wer will sich bei diesem Wetter schon ernsthaft konzentrieren. Also sitzen sie im Liegestuhl in der prallen Sonne, Christopher, Arian, Thomas und Simon. Die Füße nackt im Sand, eine Flasche Sonnenmilch in der einen Hand, ein Glas mit Cola und Eis in der anderen. Strandfeeling sei das hier, sie mögen das, sagen sie. Immerhin wurden für so ein Feeling extra 80 Tonnen Sand aufs Dach geschleppt. Und wo kann man schließlich sonst in einem Liegestuhl liegen und auf die Stadt herabschauen?
Es gibt eine ganze Menge Sonnenterrassen in luftiger Höhe und Panorama-Blick dazu. Nicht nur in Clubs oder Hotels. Denn die Stadt hat tatsächlich viele Hochhaus-Dächer zu bieten. Das Deck 5 auf dem Dach der Schönhauser Allee Arcaden ist eine dieser Oasen (Schönhauser Allee 80, tägl. 10-24 Uhr). 28 Meter hoch gelegen, sind von hier aus 14 Kirchen zu sehen, die Scheinwerfer des Jahn-Stadions oder die Kugel des Fernsehturms. Wer seinen Espresso oder Mai Tai nicht im Sand oder im Liegestuhl trinken mag, hockt sich auf Paletten, die mit weißem Kunstleder bezogen sind. Gemischt sei das Publikum, erzählt Serviererin Kathleen. Nachmittags kommen die, die unten einkaufen waren, abends bevölkern viele junge Leute das Dach. Die Mischung ist gewollt, weil sich das Deck 5 eben nicht als Szenebar versteht.
Ganz andere Aussichten genießt, wer sich auf der Terrasse des Radialsystems nahe dem Ostbahnhof niederlässt (Holzmarktstraße 33, Mo-Fr ab 10 Uhr, Sa und So ab 12). Tische und Stühle stehen vor dem ehemaligen Pumpwerk direkt an der Spree. Ausflugsdampfer und Yachten ziehen vorbei. Letztere dürfen sogar anlegen, denn es gibt einen eigenen Bootssteg. In der Ferne ist der Turm des Roten Rathauses zu sehen. Mittags gehört die Terrasse jenen, die ihre Mittagspause an die Spree verlegen, abends vor allem jenen Besuchern, die sich für zeitgenössischen Tanz interessieren. Freilich sind solche Plätze mit Aussicht am schönsten, wenn die Sonne untergeht. Das sagen auch die Gymnasiasten Christopher, Arian, Thomas und Simon. Aber spätestens dann müssen sie ja Mathe lernen.
Liegestühle in 150 Metern Höhe
Dachgartenrestaurant Käfer: Die Mutter aller Terrassen auf dem Reichstag. Der Münchner Gastronom bietet 170 Gästen (davon 70 Plätze im offenen Wintergarten) moderne deutsche Küche. Platz der Republik, tägl. 9-16.30 Uhr, 18.30-24 Uhr. eine Reservierung wird empfohlen und kann auf der Hopepage online erledigt werden.
Week-End: Berlins immer noch coolstes Dach über dem 15. Stock des Hauses des Reisens.Alexanderstr. 7, Mitte, Fr, Sa ab 23 Uhr, Di, Mi & So Bar ab 20 Uhr.
40 Seconds: Der Club verfügt im 8. Stock des Loeser & Wolf-Baus über Terrassen nach Westen, Osten und Norden. Potsdamer Str. 58, Tiergarten, Fr./Sa. ab 23 Uhr.
Hotel de Rome: Einer der schönsten Plätze hoch über der Stadt. Von hier blickt der Gast auf St. Hedwig, die Staatsoper und die Linden. Bebelplatz, Mitte, tägl. 11-22 Uhr.
Park Inn Hotel: Die Terrasse in 150 Metern Höhe steht bei 3 Euro Eintritt täglich von 14 bis 22 Uhr offen. Oben befindet sich ein kleines Café mit Liegestühlen. Alexanderplatz, Mitte.
Restaurant 44: Küchenstar Tim Rau ist gegangen, der Blick über Kranzler-Eck und Kudamm ist geblieben. Swissôtel, Augsburger Str. 44, Charlottenburg, Mo-Sa 12-14.30, 18-22.30 Uhr.
Text: Sabine Deckwerth, Berliner Zeitung
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