Wo Berlin zu Füßen liegt

Vincent Mosch

Wer bietet die schönste Aussicht auf die Hauptstadt? Der Fernsehturm? Oder doch der "Panoramapunkt" auf dem Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz Nummer eins? Keine Frage: Ein spannendes Ziel sind beide, aber am Potsdamer Platz werden die Besucher zudem noch mit Europas schnellstem Aufzug nach oben "geschossen".

Besucher des Panoramapunkts haben nicht nur bei einer Ausstellung die Vergangenheit vor Augen, sondern... Vincent Mosch

Zehn Jahre lang hat Paul Heinen im Kino "Cinemaxx" am Potsdamer Platz gearbeitet, und dabei hatte er sie fast täglich vor Augen: die Open-Air-Aussichtsplattform auf dem Kollhoff-Tower. Heinens Idee: den Aussichtspunkt mit einer Ausstellung und einem Café kombinieren. Und was in seiner Fantasie schon längst Formen angenommen hatte, wurde im Jahr 2010 Wirklichkeit: Als am Kollhoff-Tower Baumaßnahmen anstanden, ergriff Paul Heinen seine Chance und übernahm die Leitung der Aussichtsplattform. Er ließ in den obersten Etagen ein Café sowie eine Ausstellung installieren und taufte sein Drei-Ebenen-Werk "Panoramapunkt".

... vom Café auch einen der besten Ausblicke auf die Highlights der Stadt. Vincent Mosch

Sehenswürdigkeiten zum Greifen nahe

"Wir bieten die besten Blicke auf die Highlights der Stadt", schwärmt Stefanie Weese selbstbewusst: "Dank der zentralen Lage erscheinen die Sehenswürdigkeiten wie Brandenburger Tor, Kanzleramt, Siegessäule und Reichstag zum Greifen nahe, egal ob im Osten oder im Westen der Stadt", sagt die Projektmanagerin des "Panoramapunkts". Obwohl auch der Fernsehturm diese Vorzüge aufweist, sei er keine Konkurrenz: "Unsere Gäste profitieren von kurzen Wartezeiten, und nicht zuletzt haben wir immer noch den schnellsten Aufzug Europas." Der Lift schafft es in 20 Sekunden bis hoch in Etage 25 – und "bislang ist er nur einmal stecken geblieben", erklärt Weese.

Ein edles Ambiente in Erdtönen lädt zum Verweilen in 103 Metern Höhe ein. Vincent Mosch

Blick auf Vergangenheit und Gegenwart

Die Plattform auf der obersten Ebene des 1999 fertig gestellten und 103 Meter hohen Kollhoff-Towers lockt seit ihrer Eröffnung rund 200.000 Besucher pro Jahr an. Seit Paul Heinen das Sagen hat, erwartet sie hoch oben zusätzlich die Freiluftausstellung "Berliner Blicke auf den Potsdamer Platz". Sie verbindet die bewegte Geschichte dieses weltberühmten Platzes mit der Aussicht auf das heutige Berlin: Die Besucher haben auf multimedial inszenierten Ausstellungstafeln die Vergangenheit vor Augen und blicken gleichzeitig live auf die Gegenwart. "Die Audioguides dazu gibt es sogar im typischen Berliner Szeneslang", verspricht Stefanie Weese. Und nach der Kaffeepause in Zwanzigerjahre-Atmosphäre darf dann ein Stockwerk höher, auf dem Sonnendeck in der 25. Etage, der Sonnenuntergang vor der West-Berliner Skyline bewundert werden. Klar, dass das nicht nur Touristen begeistert: "Rund 30 Prozent unserer Gäste sind Berliner", sagt Stefanie Weese.

Text: Online-Magazin Berliner Akzente