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Männer, die auf Ziegen starren
Wenn Blicke töten: Grant Heslov über seine Militärsatire "Männer, die auf Ziegen starren"
Grant Heslov begann seine Karriere als Schauspieler in zahllosen Fernsehserien und Filmen wie "True Lies" oder "Enemy of the State"; später war er als Produzent an Filmen wie "Ein (un)möglicher Härtefall" oder "Ein verlockendes Spiel" beteiligt. Er schrieb zusammen mit George Clooney das Oscar-nominierte Drehbuch zu "Good Night. And Good Luck". Nun legt der US-Amerikaner mit der Militärsatire "Männer, die auf Ziegen starren" sein Spielfilmdebüt als Regisseur vor: Hier stößt ein britischer Journalist im Irak auf eine US-Eliteeinheit, die Terroristen mit höchst unkonventionellen Methoden bekämpfen soll, etwa mit Blicken töten.
Mr. Heslov, "Männer, die auf Ziegen starren" erzählt eine kuriose, aber auf Tatsachen basierende Geschichte. Weiß man in den USA von der Militäreinheit, die auf paranormale Aktivitäten spezialisiert war?
Von deren Existenz wissen sicher nur die Leute, die die Buchvorlage zum Film gelesen oder meinen Film gesehen haben. Wobei ich schon mal in einer Radio-Talkshow etwas über diese Einheit gehört hatte. Dass die Sache in ihrer Absurdität filmreif sein würde, habe ich geahnt; deswegen war ich sehr froh, als ich das Drehbuch in die Hände bekam und es die Sache von der humorvollen Seite anging.
Haben Sie eigene Recherchen zum Thema betrieben?
Ich habe mich mit Jim Channon unterhalten, der als Vorlage diente für den von Jeff Bridges gespielten Offizier Bill Django, und der unserem Film als Berater zur Verfügung stand. Ebenfalls sehr hilfreich waren auch die Gespräche mit Jon Ronson, der das Buch geschrieben hat, das dem Film zugrunde liegt.
Gab es seitens der US-Army eigentlich eine Reaktion auf den Film?
Als ich mich um eine Drehgenehmigung für eine Militärbasis bemühte, wurde die nicht erteilt. Das Drehbuch gefiel dem Pentagon nicht, weswegen es Änderungen fordertete, die ich nicht vornehmen wollte. Als der Film dann in die Kinos kam, habe ich keine offizielle Stellungnahme oder sonstige Äußerung gehört. Was wohl verständlich ist, denn offiziell bestreitet das US-Militär immer noch, dass es diese Spezialeinheit je gegeben hat.
Fürchtet man dort, sich durch diese Geschichte lächerlich zu machen?
Keineswegs wollte ich mit dem Film das Militär verunglimpfen. Ich habe im Gegenteil höchsten Respekt für jeden, der dient oder gedient hat - auch wenn ich selbst in dieser Hinsicht keine Erfahrung habe und mir ganz naiv wünschen würde, dass wir auf eine Armee verzichten könnten. Aber prinzipiell finde ich es bemerkenswert, dass unser Militär solche Experimente überhaupt gewagt hat. Dass man nach alternativen und vergleichsweise friedlichen Methoden der Kriegführung gesucht hat, ist doch das Beste, was man über diese Institution sagen kann.
Ihr Film spielt 2003, zu Beginn des Irakkriegs. Eine solche Satire im aktuellen Krieg anzusiedeln, wäre vermutlich heikel gewesen?
Das wäre problematisch. Vor allem, wenn man mit dem Film Geld verdienen will, denn es gibt derzeit nicht viele US-Zuschauer, die im Kino darüber lachen wollen, wie unsere Jungs dort drüben ihr Leben aufs Spiel setzen. Aber für mich ist "Männer, die auf Ziegen starren" auf keinen Fall ein Film über den Irakkrieg. Es geht nicht um die Soldaten, die dort stationiert sind.
In den USA gingen die Kritiker ziemlich harsch mit Ihrem Film um. Warum?
Es kann natürlich sein, dass einigen der Film nicht gefallen hat, weil sie vielleicht das Gefühl hatten, ich würde mich lustig machen über das Militär. Aber wie gesagt: Das war nie meine Absicht.
Interview: Patrick Heidmann, BLZ
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Männer, die auf Ziegen starren (The Men Who Stare at Goats)
USA 2009; 93 Minuten, Farbe, FSK ab 12
Regie: Grant Heslov
Drehbuch: Peter Straughan
Kamera: Robert Elswit
Darsteller: George Clooney, Ewan McGregor u. a.
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