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Armored
Traditionelles Männerkino: Nimród Antals "Armored"
Banken haben im Moment keinen guten Ruf. Sie nehmen den kleinen Leuten die Häuser weg und überweisen die Profite als Bonuszahlungen an ihre Manager. Wer heute einen Banküberfall planen würde, hätte vermutlich die Sympathie nicht weniger Menschen. Und genau darauf scheint auch Nimród Antals Film "Armored" zu spekulieren. Die Männer, die sich darin zu einem großen Coup zusammentun, sind zwar nicht gerade moderne Robin Hoods, aber sie sind doch so deutlich als typisch amerikanische Jungs gezeichnet, dass man zuerst einmal mit ihnen sympathisieren könnte. Sie essen Burger bei Joe's Imbiss, sie spielen einander derbe Streiche; sie fahren einen schweren Wagen, der ebenso gut in Afghanistan zum Einsatz kommen könnte.
Dass sie 42 Millionen Dollar auf die Seite schaffen und einen Überfall vortäuschen wollen, erscheint da beinahe wie eine Form der Umverteilung - zumal ausgerechnet das Haus von Ty Hackett (Columbus Short), der im Irak gekämpft hat und dafür ausgezeichnet wurde, gepfändet werden soll. Ty ist das schwache Glied in der Bande; er will zuerst nicht so richtig mitmachen.
Die gepanzerten Fahrzeuge sind eine der Attraktionen von "Armored", der über weite Strecken auf einer Industriebrache spielt: zwischen den Relikten einer Wirtschaftsordnung, in der Dinge produziert wurden, nicht nur Zinsen. Das Männerensemble - Matt Dillon, Laurence Fishburne, Jean Reno - passt perfekt in diese Welt aus Stahl und Ziegeln; die Figuren sind wehrhaft, leicht verwildert, zynisch, sie haben nicht viel zu verlieren.
Unweigerlich geht bei dem Coup etwas schief, und von diesem Moment an folgt "Armored" einer klassischen Logik des Genrekinos: Eine Gruppe dezimiert sich in einer Extremlage selbst; jeder Einzelne bekommt es mit moralischen Entscheidungen zu tun. Nicht alle Spannungselemente sind bis ins letzte Detail plausibel, insgesamt aber ist "Armored" auf eine angenehm altmodische Weise konkret: Antal bezieht sich auf eine Tradition des Männerkinos, in der es noch darauf ankam, dass ein Faustschlag ein Faustschlag war.
In "Armored" haben alle Beteiligten die Konsequenzen ihrer Entscheidungen körperlich zu tragen - und am Ende gibt es sogar eine Wendung, die den Zynismus in die Schranken weist, der zu Beginn noch gerechtfertigt erscheint. Der amerikanische Mann, diese bedrohte Art, stirbt hier zumindest nicht ganz aus.
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Armored
USA 2009, 87 Minuten, Farbe. FSK ab 16 Jahren.
Regie: Nimród An-tal
Drehbuch: James V. Simpson
Kamera: Andrzej Sekula
Darsteller: Columbus Short, Matt Dillon, Laurence Fishburne, Jean Reno u. a.
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Text: Bert Rebhandl, BLZ
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