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Ritter Butzke

Hornbrillen im Wunderland

Alleine das Gebäude ist beeindruckend: Ritter Butzke befindet sich in einer alten Fabrik, mitten in einem großen Gebäudekomplex am Moritzplatz in Kreuzberg. In den 20er-Jahren bezog Friedrich Butzke mit seiner Firma Aqua Butzke Bad-Armaturen die Räumlichkeiten, ehe er 1997 nach Brandenburg umsiedelte. Seither wurde der Fabrikkomplex von vielen Künstlern, Galeristen, Agenturen und Musikern kultiviert. Unter anderem haben Seeed hier ihre ersten Lieder produziert.

Seit einiger Zeit schon hat das Ritter Butzke hier seine Heimat gefunden und ist zum festen Bestandteil der Elektro-Szene geworden. Lange wurde der Club ohne Lizenz geführt und hat daher keine Werbung betrieben, doch das ist nun anders: Seit kurzem gibt es einen Internetauftritt, auf dem jedoch nicht mehr als das jeweilige Monatsprogramm zu finden ist. Man macht sich nach wie vor rar, um interessant zu bleiben, dafür sprechen auch die unregelmäßigen Öffnungszeiten. Ritter Butzke verfährt offenbar nach dem Motto: Bloß nichts überreizen, bloß nicht ständig präsent sein.

Bis in die Morgenstunden

Dies ist definitiv ein Club für jene, die bis in die Morgenstunden nicht genug vom Feiern kriegen. Also bitte nicht wundern, wenn man sich auch um 4 Uhr morgens noch in eine große Schlange vor dem Eingang einreihen muss. Im Club angelangt, weiß man zunächst nicht, worauf man seinen Fokus legen soll – auf die Leute oder die Location. Hier hängen zahlreiche Diskokugeln und Kronleuchter von der Decke, und aufwändige Licht-Installationen sowie Wand-Dekorationen verwandeln die Räume in ein digitales Wunderland.

Wer dieses Wunderland betritt, hat die Wahl zwischen zwei Eingängen und muss sich zunächst in einer Art Labyrinth zurechtfinden. Geradlinig und schnörkellos sind sie nicht angeordnet, die hohen Räume mit industriellem Flair. Aber gerade das macht den Besuch im Ritter Butzke zu einem kleinen Abenteuer. Im Erdgeschoss befinden sich mehrere Tanzflächen und Bars sowie schlauchartige Gänge. Aber auch ein Schweif durchs das Publikum ist durchaus unterhaltsam: Wer hierher geht, achtet auf seinen Style. Doch klassische Schönlinge sind im Ritter Butzke nicht zu sehen, vielmehr dominiert der mitunter überstrapazierte 80er-Jahre Trash-Style. Man sieht also beispielsweise Hornbrillengestelle soweit das Auge reicht.

Die Musik pendelt zwischen Techno, Funk und Ska. Für jedes Genre gibt es einen Floor, der stets von angesagten DJs und Live-Acts bespielt wird. Die Partys heißen Möbelrücken, Rave tut gut oder Clubbersday. Die Floors tragen Namen wie Ölfasslager, Hütte, Klangsucht-Lager oder Funk & RemmiDemmi-Floor. Neben den Partyabenden laden immer mal wieder Künstler zur Vernissage ein.

Text: Online-Magazin Berliner Akzente

Adresse: Ritter Butzke
Ritterstraße 24-26
10969  Berlin
Internet: www.ritterbutzke.de
Musikstile: Techno, Minimal, House, Ska, Funk
Nahverkehr:
Bus:
U-Bahn:

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