Der Countdown läuft
Das Team von BerlinOnline ist immer mal in den Berliner Clubs unterwegs um die Stimmung vor Ort einzufangen. Diesmal: Erasmusparty im Pulp Mansion (Backfabrik) am Freitag den 14.11.2008.
Eigentlich erwartet man im Pulp Mansion momentan eher lange Gesichter als ausgelassene Partystimmung. Der beliebte Club in der Saarbrücker Str. muss zum Ende des Jahres die Backfabrik verlassen, der Vermieter hat den Vertrag nicht verlängert. Aber frei nach dem Motto „Jetzt erst recht“ feierte man im Pulp Mansion am Freitag die heißeste Studentenparty des Jahres. Bei der Erasmusparty geht es so international wie nirgendwo anders in der Hauptstadt zu. Das Konzept kommt aus Paris. Hier ist die Party ein großer Erfolg und findet einmal in der Woche in einem Club im Herzen von Paris statt. Über 1000 Studenten aus aller Welt feiern dann ausgelassene - eine internationale Atmosphäre wie auf sonst keiner anderen Party. Auch in Berlin feierten Studenten aus den verschiedensten Ländern.
Wer sich damit abgefunden hat, dass auch Gästelistenmenschen sich hinten anstellen müssen, wird nach 30 Minuten Wartezeit mit aufgeheizter Partystimmung und einer coolen Location belohnt. Über eine steile Wendeltreppe, die nach dem dritten Cuba Libre nur noch äußerst vorsichtig genutzt werden sollte, gelangt man in die Katakomben. Mit jeder Treppenstufe fängt einen der Beat ein bisschen mehr ein, die Temperatur steigt mit jedem Schritt. Endlich angekommen - Der erste Eindruck: Voll, laut und gut. Hier unten tanzen unzählige Nationen auf 3 Floors. Der studentische Partybesucher kann zwischen Pop & Rock, Funk, Soul & Electro und Indie & Britpop wählen. Letzterer ist leider sehr versteckt und ebenso leer. Auf den anderen beiden Floors aber ist die Hölle los, unten wabert eine undefinierte Masse taktvoll zum Beat, an den Geländern oben üben sich dunkelhaarige Girls in heißen Hüftschwüngen.
Durch das internationale Feeling kommt schnell Flirtstimmung auf, in einigen Ecken arbeiten junge Menschen aktiv an den innereuropäischen Beziehungen. Sticker mit dem Namen des eigenen Landes können auf die Kleidung geklebt werden und erleichtern so das Kennenlernen. Die Getränkepreise sind passabel und das Barpersonal freundlich. So lässt es sich feiern. Spätestens jetzt kommt doch ein bisschen Wehmut auf. Wenn auch die Erasmusparty nicht endet, das Pulp Mansion wird am Ende des Jahres dichtgemacht. Aber wer weiß, Berlin wäre nicht Berlin, wenn es nicht vielleicht an anderer Stelle wieder auftaucht.
Mehr zum Pulp Mansion hier im Clubguide
Text: RTK