Schöner feiern auf der Straße des 17. Juni

(c) Wolfgang Brückner


Auf der Straße des 17. Juni gab es 2009 so viele Feste wie noch nie. Die Party-Meile wird ausgebaut.

Geht es um Partys mit einem Millionenpublikum, dann ist die Straße des 17. Juni im Großen Tiergarten der richtige Ort zum Feiern. In diesem Jahr gab es dort so viele Veranstaltungen wie noch nie. Und obwohl Naturschützer und Verkehrsexperten immer wieder Bedenken dagegen vorbringen, wird der Bezirk Mitte zusammen mit dem Senat die Straße im kommenden Jahr umbauen und gleichzeitig so herrichten, dass Großveranstaltungen rings um das Brandenburger Tor noch besser organisiert werden können.

Wie Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) sagt, wird der Abschnitt zwischen der Yitzhak-Rabin-Straße und dem Brandenburger Tor ab Mai neu gestaltet. Dabei wird die Fahrbahn zwar jeweils um knapp fünf Meter verengt, die Gehwege an den Parkrändern werden dafür aber breiter und neu gepflastert. "Wir bauen auch die technische Infrastruktur für Großveranstaltungen ein. Vor allem Elektro- und Wasseranschlüsse werden verlegt", so Gothe. Weil die Anschlüsse im Boden verankert sind, werden es Party-Veranstalter leichter haben, Stände und Bühnen sowie Toilettencontainer anzuschließen. Sie müssen dann keine Stahl-Brücken mehr für Kabel und Leitungen über der Straße errichten, um etwa große Videowände bei Konzerten oder Sportveranstaltungen mit Strom zu versorgen. Auch die Stolpergefahr für die Besucher fällt weg, denn bisher waren Leitungen oft quer über die Fahrbahn verlegt worden.

Im Sommer fast immer gesperrt

Auf der Straße des 17. Juni finden jedes Jahr mehr als ein Dutzend Großveranstaltungen statt - fest gebucht sind etwa die Silvesterparty, die Parade zum Christopher Street Day im Juni, der Berlin-Marathon sowie das Fest der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Wie die Berlin-Werber von der Berlin Tourismus Marketing GmbH sagen, lebe Berlin von den vielen Events. Und es sind die Bilder gerade vom Brandenburger Tor, die noch mehr Touristen anlocken sollen.

Mit täglich mehr als 40 000 Autos zählt die sechsspurige Straße des 17. Juni zu den wichtigsten in der Innenstadt. Vor allem im Sommer und Herbst gab es aber kaum einen Zeitraum, wo sie nicht für Partys und Feste gesperrt war. Anrainer am Pariser Platz haben sich deshalb schon beim Senat beschwert. Zumal am Brandenburger Tor jedes Jahr auch 30 bis 35 Demonstrationen stattfinden.

Viele Events waren in diesem Jahr einmalig: So das Bürgerfest zur Feier 60 Jahre Grundgesetz im Mai und Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Im August fanden Wettbewerbe der Leichtathletik-WM medienwirksam in der City statt. Und zum Deutschlandfest war das französische Straßentheater Royal de Luxe mit ihren Riesen zu Gast - ein Spektakel am Tor.

Um jetzt die Party-Meile auszubauen, stehen mehr als zwei Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert wird der Umbau, der im September 2010 abgeschlossen sein soll, von der Senatsverwaltung für Wirtschaft. Laut Harald Büttner vom Straßenamt Mitte bleiben nach der Neugestaltung drei Fahrspuren je Richtung erhalten, am Rand werden Parkbuchten für Autos gebaut und eine neue Baumreihe gepflanzt. Ähnlich wurde schon 1987 der Abschnitt zwischen der damaligen Entlastungsstraße und dem Großen Stern umgestaltet. Chefgartendenkmalpfleger Klaus von Krosigk sagt, mit der neuen Baumallee würden die Ränder des Tiergartens wieder optisch zusammenrücken. Um den Park noch attraktiver zu machen, investiert der Senat 17 Millionen Euro.

So wurden schon Wege zum Potsdamer Platz und zum Reichstag erneuert, auch der Goldfischteich gegenüber dem Sowjetischen Ehrenmal wurde nach historischen Vorlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert rekonstruiert. Wie von Krosigk sagt, seien Umgestaltungen schon damals immer unter dem Motto erfolgt: "Dem Volk auch zum Vergnügen."

Text: Uwe Aulich // BLZ