Wie soll ich leben?

Zwischen Wagner und Broadway

Gabriele Hammerstein aus New York kommt aus einer illustren Familie und hat ein bewegtes Leben geführt

NEW YORK. Die Wohnung von Gabriele Hammerstein in Forest Hill, Queens, sieht ein wenig aus wie ein Museum des alten Europa: Biedermeiermöbel, Eichenholzregale voller Buchrücken, Bilder und Fotoalben, Noten und Programmhefte. Sieben Zimmer, voll gestopft m weiter »

Tatort Sarajevo

Ein deutscher Kriminalkommissar berät den bosnischen Nachrichten- und Sicherheitsdienst Sipa

"Hier, Parfüm", ruft der Straßenverkäufer und hält Peter Frauenkron ein Fläschchen unter die Nase. Eine alltägliche Szene in Sarajevos Altstadt, in der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas wird an jeder Ecke nachgemachte Ware verkauft... weiter »

Keine Angst vor der Partei

Der Student Cao Yu hat eine Sozialstudie über chinesische Minenarbeiter veröffentlicht - unter großen persönlichen Risiken

CHANGSHA. Man muss Cao Yu nicht sympathisch finden, um ihn zu bewundern. Mit seinen 22 Jahren pflegt er bereits den Duktus eines gestandenen Altkaders, spricht abwechselnd im Kommiss- und Dozierton und posiert auf Fotos wie für ein Heldendenkmal: Kinn und weiter »

Der Alleskönner

Der Kolumbianer Luis Eduardo Bermúdez ist Handwerker, Saftverkäufer, Masseur, Autohändler - und Deutschlehrer

ARMENIA. Luis Eduardo Bermúdez, der Deutschlehrer, betritt das Klassenzimmer federnden Schrittes wie ein Athlet. Heute trägt er Jeans, ein knallorangenes T-Shirt, eine gleichfarbige Baseballkappe und ein koffergroßes Kofferradio, aus dem düstere Rammstein weiter »

Liebe auf den ersten Satz

Rina, eine jüdische Philosophin in Berlin, ist der deutschen Sprache früh verfallen. Jetzt kennt sie auch deutsche Tücken

In wenigen Tagen ist es endlich soweit. Rina wird in den Geburtsort Friedrich Nietzsches fahren, ein kleines Dorf in der Nähe von Leipzig. Röcken. Röcken wollte sie schon während ihrer ersten Reise nach Deutschland besuchen, kam dann aber einfach nicht au weiter »

Im Dienst der eiligen Nonnen

Aarno Alanne fliegt seit 25 Jahren als Missionspilot durch Afrika. Er glaubt immer noch an das Gute - und an Gottes Gnade

Während die Pilatus PC 12 auf der schlammigen Startbahn von Adré Fahrt aufnimmt, wirft Pilot Aarno Alanne einen letzten prüfenden Blick auf die Instrumente und Anzeigen im Cockpit... weiter »

Ein Inder im Eis

Aziz "Ozzie" Kheraj wurde Geschäftsmann in der kanadischen Arktis, fand seine Eisbärenjägerin und das Glück

RESOLUTE. Jeder kennt Ozzie. Das ist kein Wunder, wenn knapp 250 Leute in einer Gemeinde wohnen, weit nördlich des Polarkreises in der kanadischen Arktis und nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Ob man Ozzie mit zwei Z schreibt oder einem, mit y oder ie, is weiter »

Wie eine Aspirin im Wasser

Joachim Pohlmann ist flämischer Nationalist. Er will, dass Belgien sich auflöst und Flamen und Wallonen getrennt leben

BRÜSSEL. Die drei von der belgischen Staatssicherheit gehören längst dazu. "Wenn wir nach unseren Treffen ein Bier trinken gehen", erzählt Joachim Pohlmann, "dann sind sie dabei, reden mit, diskutieren mit, lachen mit." Im Grunde, glaubt Pohlmann, "denken weiter »

Der Herr der Fliegenpilze

Den Chemiker Dr. Jochen Gartz faszinieren Substanzen, die Extremes bewirken: einst Dynamit, jetzt Haluzinogene

Jochen Gartz wirkt mit seinem Poloshirt und der weißen Hose wie ein Biedermann, der sich auf eine Karnevalsparty verirrt hat. Auf dem Kongress, auf dem der Chemiker seinen Vortrag halten wird,… weiter »

Che Guevara in Hongkong

Der Parlamentarier Leung Kwok-hung, genannt "Long Hair", nutzt die Freiheiten seiner Stadt zum Protest gegen Peking

HONGKONG. Als am 1. Juli 1997 kurz nach Mitternacht Chinas Volksbefreiungsarmee in Hongkong einmarschierte, stand Leung Kwok-hung mit einem Grüppchen Gleichgesinnter am Straßenrand und buhte sie aus. Die Polizei ließ den stadtbekannten Dauer-Demonstranten weiter »

Die Traumfrau aller Hunde

Karyn Fair betreut in Washington die Tiere, Häuser und Gärten von Menschen, die am Capitol Hill leben. Sie erfährt viel

WASHINGTON. Karyn Fair darf nicht mehr als zehn Minuten zu spät an ihrem Arbeitsplatz erscheinen. Jede weitere Verspätung könnte zu einer Katastrophe führen - einer kleinen Katastrophe zumindest. Ihre Chefs haben wenig Verständnis für Unpünktlichkeit. Sie weiter »

Buddha und die Frauen

Die Deutsche Carola Roloff ist buddhistische Nonne. Sie kämpft dagegen, dass auch in dieser Religion Männer privilegiert sind

HAMBURG. Am Flughafen ist es vor einiger Zeit wieder passiert. Bhiksuni Jampa Tsedroen war auf dem Weg zum Dalai Lama und fragte einen Sicherheitsbeamten nach dem Weg zur VIP-Lounge. Der schaute sie überrascht an und sagte: "Ach, Sie sprechen aber gut Deu weiter »

Richterin für raue Länder

Erst Kosovo, jetzt Ramallah, demnächst Phnom Penh. Claudia Fenz arbeitet, wo internationales Recht Nachhilfe braucht

Auf dem Weg zur Arbeit zählt sie jeden Tag die Bewaffneten. In Ramallah ist das eine aufschlussreiche Beschäftigung. An jenem Tag sind es 22 Palästinenser in drei unterschiedlichen... weiter »

Arzt ohne Grenzen

Neun Monate arbeitete Michael Winter aus Berlin in einem Provinzkrankenhaus in Liberia - eine existenzielle Erfahrung

Michael Winter hat gerade eine der anstrengendsten und abenteuerlichsten Phasen seines Lebens hinter sich: Neun Monate war der 34-jährige Mediziner für die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" … weiter »

Mein Dorf in Kambodscha

Der Franzose Alain Fressanges hat ein Entwicklungshilfeprojekt übernommen - als Erbe eines verstorbenen Onkels

PHNOM PENH. Alain Fressanges gehört zur Generation der Erben. Allerdings hat es der 58 Jahre alte Franzose mit einer ganz ungewöhnlichen Hinterlassenschaft zu tun. Statt Immobilien und Aktienpaketen ... weiter »

Askese und Genuss

Pater Pierre ist Braumönch und Organist im Kloster Saint Remy. Er hat sein Glück hinter den Mauern gefunden

BRÜSSEL. Manchmal packen Pater Pierre die Zweifel. "Ich frage mich dann, was ich hier im Kloster eigentlich mache", erzählt er, "dann überlege ich ernsthaft, ob ich nicht doch besser zurückgehen soll in die Gesellschaft." weiter »

Besser nicht auffallen

Mirjam Polzer-Srienz lebt als Slowenin in Kärnten. Was es heißt, in der Minderheit zu sein

GRAZ. "Hallo" ruft die Frau auf dem Fahrrad. "Dober dan" ruft Mirjam aus dem Garten zurück. Mirjam ist nämlich Slowenin, und Dober dan ist slowenisch und heißt Guten Tag. Es ist schön, überall blühen … weiter »

Klare Worte an die Türken

Baskin Oran stellt sich in Istanbul zu Wahl, als Kandidat der Ausgegrenzten. Sein Programm heißt: Rechtsstaat

ISTANBUL. Der Mann ist schon älter, grauhaarig und klein, dazu Brillenträger, Professor und emeritiert. Wen soll solch ein Politiker hinter dem Ofen hervorlocken? weiter »

Der arme Poet

Yeir Bernal verkauft Gedichte in Bogota. Er hatte einiges Pech, doch manchmal meint es das Leben gut mit ihm

BOGOTA. Es gibt viele Menschen in Bogota, die ihr Geld auf der Straße verdienen: Schuhputzer, Polizisten und Prostituierte; Rohstoff-Recycler, die verwertbaren Müll mit Pferdefuhrwerken einsammeln; Micro-Unternehmer... weiter »

Stahlmagnat im Park des Schönen

Bernardo Paz hat Geld, Geschmack und eine schlechte Meinung vom Zustand Brasiliens - einen Teil davon hat er verbessert

Seine Mutter dichtete, sein Vater war Armee-Offizier, der in den 30er-Jahren mit Marschall Rondon, dem Pionier beim Ausbau des brasilianischen Telegrafennetzes, durch das Amazonasbecken gezogen war... weiter »

Um die Geheimnisse wissen

Der südafrikanische Buschmann N//ndumbe verknüpft jahrtausendealte Traditionen seines Volkes und modernes Leben

YZERFONTEIN. Eigentlich heißt er N//ndumbe. Die Schrägstriche im Namen stehen für Klicklaute der San-Sprache, die ein Fremder kaum hervorzubringen im Stande ist. "Nenn mich Kondino, das ist einfacher", sagt der 31 Jahre alte San und lacht. weiter »

Botin zwischen zwei Welten

Heda Saratowa schmuggelt Nachrichten aus Tschetschenien heraus. Kühn betreibt sie ein Medien-Büro in Grosny

MOSKAU. "Früher", sagt Heda, "habe ich gern gekocht. Galuschki zum Beispiel." Galuschki sind eine Art Gnocchi. Die Tschetschenen essen sie mit einer höllenscharfen Knoblauchtunke und fettem, gekochtem Rindfleisch ... weiter »

Bloß nicht bequem werden

Der Australier Garry Orriss sucht Grenzen, um sie zu ignorieren. Er ist ein Menschensammler, Berlin ist seine Welt

BERLIN. Was kann aus einem werden, der im australischen Outback zwischen Skorpionen, Schlangen und Rindern aufwächst? Aus einem, dessen Schulunterricht jahrelang aus Wortwechseln über Sprechfunk mit … weiter »

Lust am Rätsel

Sudoku hat den Japaner Maki Kaji reich gemacht - er muss die Spiele nicht selber erfinden, das tun seine Kunden für ihn

TOKIO. Auf seiner Visitenkarte steht "Vater des Sudoku", doch Maki Kaji macht sich nichts aus Zahlenknobeleien. "Rätsel interessieren mich nicht", schnoddert er mit tiefer, rauer Stimme, der man anhört, dass er lieber echten Lastern frönt. "Trinken, Rauch weiter »

Den Geist des Ortes schmecken

Der Gastronom Otto Geisel macht regionale Küche zum Hochgenuss und verteidigt eine Kultur gegen die Globalisierung

Die Pastete dampft auf dem Teller, flankiert von Feldsalat und Senfsauce. Das Fleisch im Blätterteig stammt von einem glücklichen Schwein, das ganz in der Nähe artgerecht aufwachsen durfte... weiter »

Stefanie und ihre Müll-Babys

Eine junge Frau aus Berlin arbeitet in einem kenianischen Waisenheim und bezahlt dafür - eine ganz besondere Investition

Kindergeschrei. Kotgeruch. Fünfzig Mal Windeln wechseln pro Schicht. Auf dem Boden wickelt Stefanie Knopf ihre Babys. Einen Wickeltisch gibt es so wenig wie Pampers. Hunderte Stoffwindeln müssen gewaschen... weiter »

Islam wie Butter

Die 27-Jährige Rapperin Sahira mischt selbstbewusst Arabisches und Westliches - manche würden sie Neomuslimin nennen

Vor dem Café im Weddinger Sprengel-Kiez sitzen in der Morgensonne zwei Gäste an einem weißen Plastiktisch. Vor der alten Dame steht eine Tasse Kaffee, vor dem Mann neben ihr ein Bier. Vom Bürgersteig wehen Wortfetzen... weiter »

"Entweder die sind tot - oder wir"

Mahmoud Jamoud ist einer von vielen bewaffneten Kämpfern in Beirut. Warum greift er zur Waffe?

"Entweder die sind tot - oder wir" Mahmoud Jamoud ist einer von vielen bewaffneten Kämpfern in Beirut. Warum greift er zur Waffe? BEIRUT. Monate nach den blutigen Ausschreitungen liegt noch immer … weiter »

Wille und Wahn

Mark Inglis wollte auf den Mount Everest. Auch eine doppelte Amputation konnte ihn nicht am Aufstieg hindern

CHRISTCHURCH. Die Stadthalle ist mit Schulkindern gefüllt. Auch die Jüngsten in Neuseeland gehen zu Konferenzen, wo ihnen "Ziele" und "Führung" vermittelt werden. Der Mann, der an diesem Morgen vor ihnen steht, ist kaum einen Kopf größer als die meisten. weiter »

Ein Draht zu allen Göttern

Die Umbanda-Priesterin Janete dos Reis weiß die Kräfte des Guten zu stärken und das Böse abzuwehren. Das ist praktisch

Die Kuchenplatte, die Dona Janete am Nachmittag aufgetafelt hat, würde für zehn Leute reichen. Es gibt süßen Kaffee, ab und zu setzt sich mal kurz eine ihrer Töchter mit an den Küchentisch... weiter »

Der andere Moslem

Salah Uddin Shoaib Choudhury streitet für Glaubensfreiheit und Frieden mit Israel - das bringt in Bangladesch Folter ein

DHAKA. "Als wir kleine Kinder waren, hatten wir Angst vor Gespenstern. Nachts waren sie immer da, unterm Bett, im Schrank, vor dem Fenster. Aber irgendwann haben wir uns daran gewöhnt. Wer lange … weiter »

Aufbruch aus der heilen Welt

Der Schüler Jan-Hendrik Schaper will in einem armen Land anderen Menschen helfen und sich dabei selbst kennenlernen

Was man für ein schönes Leben braucht, gibt es in Bad Münder am Deister - gepflegte Straßen, nette Geschäfte, Wälder, Berge, sogar Heilquellen. Wie angenehm muss es sein, wenn man zudem noch in einem hübschen, alten Backsteinhaus lebt, ruhig gelegen im Wi weiter »

Keine Angst vor den Rabbinern

Hadar Galron ist eine gläubige Jüdin mit sehr freiem Geist. Was sie am meisten hasst, ist Scheinheiligkeit

JERUSALEM. Hadars umwerfend grüne Augen blitzen: Gerade hat der Sicherheitsangestellte auf ihren Rucksack mit dem Laptop getippt und sie gefragt - so wie es an fast jedem Eingang zu einem israelischen Café üblich geworden ist - ob sie Waffen mit sich führ weiter »