US-Wahl

Hauptstadt

Volksfest an der Siegessäule

Hartmut Augustin

BERLIN. Barack Obamas Berliner Rede wird vom Hotel Adlon aus vorbereitet. Anfang der vergangenen Woche hat sich dort sein Planungsstab eingemietet. Seitdem gibt es täglich Gespräche mit den Berliner Behörden, um den Auftritt an der Siegessäule zu planen. Der Senator aus Illinois wird nach derzeitigen Informationen am Donnerstag gegen 9 Uhr in Berlin landen und gegen 12 Uhr mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie zwei Stunden später mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier zusammenkommen. Am Abend wird er mit Blick aufs Brandenburger Tor reden. Wie viele Berliner zu der Veranstaltung auf der Straße des 17. Juni kommen, ist schwer vorhersehbar. Die Planer gehen von 10 000 bis zu einer Million Besucher aus. Damit alle den Auftritt Obamas gut sehen können, werden wie zur Fußball-EM große Videowände aufgestellt. Diskutiert wird, ob die etwa einstündige Rede ab 19 Uhr vom Englischen ins Deutsche übersetzt wird. Untertitel auf den Videowänden sind schon jetzt ausgeschlossen. Die Obama-Fanmeile soll auch Volksfestcharakter haben - es wird Imbiss- und Getränkestände geben.

Sperrung beginnt morgen

Amerikanische Sicherheitsbeamte und die Berliner Polizei arbeiten derzeit am Sicherheitskonzept. Obama gilt als Person, auf die Attentate verübt werden könnten. Deshalb sind beim Besuch Hunderte Beamte im Einsatz. Das Gelände rings um die Straße des 17. Juni wird wie zur Fußball-EM eingezäunt. Um 16 Uhr beginnt der Einlass mit Sicherheitskontrollen am Brandenburger Tor. Besucher werden gebeten, keine großen Taschen und Transparente mitzubringen.

Für den Aufbau der Bühne direkt an der Siegessäule, der Videowände und der Absperrungen werden von morgen an wieder die Straße des 17. Juni und der Große Stern nach und nach gesperrt. Fest steht nun auch, dass der US-Senator in Berlin übernachtet. Da sein Planungsstab im Hotel Adlon wohnt, ist es wahrscheinlich, dass auch Obama die Nacht zum Freitag dort verbringt. Im Gespräch ist noch das Hotel Intercontinental. Für den Präsidentschaftskandidaten wird auch eine Stadtbesichtigung vorbereitet.

Berliner Zeitung, 21.07.2008