Die Deutschen haben einen guten Ruf: Sie sind solidarisch, spenden überdurchschnittlich viel Geld für Hilfsprojekte und engagieren sich auch selbst nicht zu knapp. Jetzt beginnt die Vorweihnachtszeit – und somit auch die Spendenzeit. Vielleicht fällt „die Saison“ diesmal nicht so großzügig aus, wie die Jahre davor. Die Finanzkrise hat zugeschlagen – aber vielleicht schlagen die Spender auch zurück?
Wichtig ist in jedem Fall: Wie spende ich richtig?
Unseriosität gibt es überall. Genau deshalb wollen Spender gut informiert sein. Denn nicht Herzlosigkeit oder Ich-Bezogenheit, Geiz oder Ignoranz hemmen sie, Spendenblocker Nummer eins ist: mangelndes Vertrauen!
Es gibt so viele Möglichkeiten, Projekte zu unterstützen – aber welche passt?
- Da ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), das nach eigenen Angaben weltweit jedes zweite Kind mit Impfstoffen, und Schulmaterial versorgt.
- Da ist auch Eckhard Krause, ein Mann der viel persönliche Energie in das Nambala-Projekt steckt – ein Dorf am Kilimandscharo, wo eine Schule gebaut werden soll, 65 Waisenkinder werden schon betreut.
- Oder: Die Weihnachtssammlung des kirchlichen Hilfswerkes Adveniat für die Armen in Haiti.
- Da sind die Vereinten Nationen, die den Opfern der verheerenden Wirbelstürme auf den Philippinen helfen.
- Oder: Die krebskranken Kinder, die Familien mit Schicksalsschlägen, die Obdachlosen, die Aids-Erkrankten, die Hungrigen ...
Wem vertraue ich mein Geld an?

Motiv der Jubiläumskampagne „Ich verändere die Welt", zum 50-jährigen Bestehen der Kindernothilfe. Der Berliner Fotograf Frank Rothe gewann damit den obs-Award.
Wer jedenfalls auf das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) achtet, steht nicht zwangsläufig auf der sicheren Seite: Die Verschwendungsvorwürfe bei Unicef wurden 2007 eben nicht durch das DZI aufgedeckt! Und kleine Initiativen werden dort grundsätzlich nicht berücksichtigt.
Eine gute Adresse, um sich über Spendenorganisationen zu informieren, ist die Liste von PricewaterhouseCoopers – diese Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft vergibt jährlich den Transparenzpreis. Schon allein die Teilnahme am Wettbewerb zeigt, welche Organisationen bereit sind, sich in die Bücher schauen zu lassen – also bereit sind, ihre Jahresberichte detailliert offenzulegen. Ausgezeichnet werden am Ende die, die am besten gewirtschaftet haben. Also jene, bei denen nachvollziehbar ist, wo das Spendengeld bleibt.
Hier die Gewinner des heute vergeben Transparenzpreises 2009:
1. Platz
Deutsche Welthungerhilfe e.V.
2.
Platz World Vision Deutschland e.V.
3. Plätze
Brot für die Welt - Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
und
Stiftung Menschen für Menschen Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
Weiterhin empfehlenswert:
Kindernothilfe e.V. (außer Konkurrenz)
Care Deutschland-Luxemburg e.V. (außer Konkurrenz)
Ärzte ohne Grenzen e.V.
Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V.
Deutsches Komitee für UNICEF e.V.
Plan International Deutschland e.V.
Renovabis
Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe
Aktion Deutschland Hilft e.V.
Diakonie Katastrophenhilfe - Diakonisches Wert der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Don Bosco Jugend Dritte Welt e.V.
Hoffnungszeichen I Sign of Hope e.V.
Dies ist nicht mehr – aber auch nicht weniger – als eine kleine Entscheidungshilfe. Vielleicht wollen Sie auch einfach den Nachbarn von nebenan eine Freude machen.
Und im besten Fall ist Ihre Hilfe eine Kür und keine Pflicht.
Verfasst am 19.11.09, 18:42 Uhr
| Kommentare (6)
| TrackBacks (0)
Kommentare
..und wie heißen die schwärzesten Schafe?? Bitte ebenfalls offenlegen!! J.M.
Verfasst von: Dr. Jörg Marschall | 24.11.09, 11:15 Uhr
Weihnachtszeit Heuchelzeit !
Die Realität sieht von Januar bis November anders aus!
Kälte, Raffsucht, Elend, sinkender Stolz auf unser Land" ???
Abschaffen diesen falschen Kirchenzirkus mit all seinen Märchenstunden!!
Verfasst von: Frank | 24.11.09, 20:27 Uhr
Ja, wer sind denn nun die schlimmsten?
So einfach lassen sich Ross und Reiter nicht nennen, aber wer bis zum Ende liest wird "weiternavigiert", versprochen!
Zuerst reiche ich mal die wichtigsten Kriterien für Spender nach:
Die Organisation, der gespendet werden soll
- ist als gemeinnützig anerkannt
- stellt auf Wunsch aussagekräftiges Material über die Aktivitäten und über die Organisation selbst zur Verfügung
- informiert die Spender regelmäßig über durchgeführte und aktuelle Projekte
- unterlässt aggressive Werbung
- hat sich zu Transparenz und Offenheit verpflichtet
- veröffentlicht einen Geschäftsbericht oder Jahresbericht mit Aussagen über die Mittelverwendung.
- macht schon mit ihrem Namen klar, wozu sie das Geld verwendet
- berichtet von sich aus über Projekte
- hat viele ehrenamtliche Beschäftigte
- informiert die Spender über eventuelle Risiken oder gar Unterschlagungen/Fehlentwicklungen und nimmt nicht erst nach negativen Medienberichten dazu Stellung
Verbraucherschützer raten:
- Bei Spenden an der Haustür oder auf der Straße ist Vorsicht angebracht. - Verbraucher sollten sich den Sammelausweis zeigen lassen und darauf achten, dass die Spendenbüchse verplombt ist. Nicht unter Druck setzen lassen, sondern Informationsmaterial mitnehmen.
- Am Telefon sollten weder die Adresse noch die Bankdaten herausgegeben werden.
- Spenden sollten nicht gestreut, sondern lieber an weniger Organisationen überwiesen werden, um Kosten für den Verwaltungsaufwand gering zu halten.
und nicht zuletzt gerieten in den Medien folgende Organisationen in die Kritik:
Peter Ustinov Stiftung
Hilfe Weltweit e.V.
Bundesverband Tierschutz e.V.
WMF Barmherzigkeit e.V.
Kinderhilfe National e.V.
Gegen Kinder Armut e.V. (nicht verwechseln mit: Gegen Kinderarmut e.V.)
Marienverein
und im vergangenen Jahr warnte das DZI vor:
HFK Krebsallianz
VFK Krebsforschung
WER-Nothilfe (alle Berlin)
Stiftung Krebsbekämpfung Duisburg
Deutsche Kinderhilfe (nicht verwechseln mit Kindernothilfe)
weitere Auskünfte über:
www.dzi.de
www.spendenrat.de
charitywatch.de
www.pwc.de
Spenden ist eben keine Sache eines glücklichen Händchens, sondern einer sorgfältigen Auswahl.
Verfasst von: Abini Zöllner | 02.12.09, 18:09 Uhr
hi bini, schön was von dir zu hören. du lebst also noch bei der berliner. sag an wo die kohle für deine projekte hin soll! hab ein bisschen was zum jahresende über, hauptsache mit spendenbescheinigung..bussi johnny.:-)
Verfasst von: john voigt | 10.12.09, 00:48 Uhr
lieber Johnny, ich persönlich habe absolut perfekt mit der Kindernothilfe zusammengearbeitet – da kann man mit 5 bis 10 Euro schon wichtigste Medikamente finanzieren: www.kindernothilfe.de
und in ganz unmittelbarer Nähe gibt's:
"Die Arche" christliches Kinder- und Jugendwerk e.V.
Tangermünder Str. 7,
Telefon: +49 (0) 30 - 99 35 973
www.kinderprojekt-arche.de
oder das Hospiz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Wilhelm-Wolff-Straße 38
Telefon: 030/ 398 998 50
www.sonnenhofberlin.de
Außerdem liegt mir Amnesty International am Herzen.
liebe Grüße und sorry für die späte Antwort
Verfasst von: Abini | 15.12.09, 20:30 Uhr
hmm. really like this style.
Verfasst von: Shaved Amateur Boy | 26.12.09, 18:54 Uhr