Berlin - Die Berliner Feuerwehr führt als erste deutsche Berufsfeuerwehr neue Schutzkleidung ein. Die Anzüge sollen nicht nur bequemer sein, sondern auch besser gegen Stichflammen schützen. Die Fasern aus Polybenzimidazol (PBI) sollen tausend Grad Hitze aushalten.
Die neuen Monturen wiegen 3,5 Kilo und sind damit etwa 700 Gramm leichter als die alte blaue Kleidung. Weil die von Natur aus sandfarbene PBI-Faser nicht gefärbt werden kann, wird das Erscheinungsbild der Brandbekämpfer künftig nicht mehr dunkelblau sondern sandfarben sein.
Zunächst testen Feuerwehrleute in Neukölln, Mitte und Prenzlauer Berg sechs Monate lang 300 Anzüge. Dabei geht es nur noch um die Klärung von Detailfragen. Danach erhalten alle 4 500 Berliner Einsatzkräfte die neue Kleidung. Spätestens 2011 soll die Einkleidung abgeschlossen sein.
Nicht nur die Löschtrupps werden neu ausstaffiert. Auch die technischen Hilfsdienste der Feuerwehr tragen künftig leichtere Kleidung, allerdings weiter in Dunkelblau. Der medizinische Rettungsdienst der Feuerwehr bekommt ebenfalls leichtere Garnituren, in Rot. Im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages übernimmt der Hersteller auch die Pflege. Damit sollen dann auch unhaltbare Zustände enden, weil viele Sanitäter ihre blutige Kleidung mangels Waschgelegenheiten auf den Wachen mit nach Hause zum Waschen nehmen.
Nach den Worten von Vize-Landesbranddirektor Karsten Göwecke müssen die 14 Jahre alten Anzüge aus Aramid-Faser ohnehin ausgetauscht werden. Personalratsvertreter mahnen dies schon seit längerem an, weil sie die Sicherheit ihrer Leute gefährdet sehen. Sie zeigten sich bei der Vorstellung der neuen Anzüge ebenso zufrieden wie André Mrázek. Der Hauptbrandmeister, der seit 1984 Feuerwehrmann ist, ließ sich bei der öffentlichen Präsentation in der neuen Montur mit einer Stichflamme befeuern. Anschließend sagte er, dass er von dem Feuer nichts gemerkt habe. Schon vorher hat Mrázek den neuen Anzug bei einer Übung ausprobiert. „In dem alten Anzug wäre ich schweißnass gewesen“, sagte er. „Den neuen habe ich nach zwei Stunden ausgezogen, und es war nichts.“
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UNIFORM
Polizisten bald blau
Auch die Berliner Polizei soll demnächst neue Uniformen erhalten. Ihre Farbe wird Blau sein. Seit einigen Tagen laufen die Bestellungen. Mitte dieses Monats sollen dann die ersten Garnituren angeliefert sein. Die neue Dienstkleidung soll bequemer sein und mehr Taschen haben, um etwa die Taschenlampe, die Handschellen und das Pfefferspray zu verstauen. Und sie soll vor allem internationaler wirken, weil sie der europäischen Polizeifarbe entspricht.
Bestellt wird die neue Dienstbekleidung zunächst für die Beamten im Zentrum der Hauptstadt. Der Abschnitt 32 an der Mollstraße nahe dem Alexanderplatz und der Abschnitt 53 an der Friedrichstraße werden die ersten sein. Ende des Jahres soll dann etwa die Hälfte der uniformierten Berliner Polizisten in Blau auftreten. Ende nächsten Jahres soll die Umstellung von Grün-beige auf Blau abgeschlossen sein. Auch die Dienstfahrzeuge werden blau, die Autos werden in den nächsten Monaten mit blauer Folie beklebt.
Um Kosten zu sparen, kauft Berlin die neuen Kleidungsstücke gemeinsam mit dem Land Brandenburg über die zentrale Beschaffungsstelle in Wünsdorf ein. Für die Neueinkleidung sind im Berliner Haushalt für die Jahre 2009 und 2010 insgesamt rund 17 Millionen Euro eingeplant.
Lange Zeit hatte Berlin Restbestände grüner Uniformen aus anderen Bundesländern aufgekauft. Doch inzwischen sind die Bekleidungskammern leer und der Ersatz einer grünen Uniform wird teurer als die Anschaffung einer blauen. Tatsächlich hat die Mehrzahl der Bundesländer bereits auf Blau umgestellt. Auch die Beamten der Bundespolizei tragen an den Bahnhöfen und Flughäfen blaue Uniformen. Andere Bundesländer beginnen ebenfalls in diesem Jahr, ihre Polizisten umzukleiden. So soll auch die Polizei in Baden-Württemberg bis Ende 2011 Blau tragen.
Bis 1973 waren West-Berliner Polizisten schon einmal in Blau unterwegs. Doch die Uniformen wurden unmodern, weshalb die grünen eingeführt wurden. (kop.)