Berlin

Der Eintritt in die grüne Oase kostet 16 Euro

Blick auf das Tempelhofer Feld: Zur Gartenschau im Jahr 2017 muss Eintritt  nur für das Schaugelände im nördlichen Teil des Areals gezahlt werden. Infografik: BLZ / Sabine Hecher, Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Blick auf das Tempelhofer Feld: Zur Gartenschau im Jahr 2017 muss Eintritt nur für das Schaugelände im nördlichen Teil des Areals gezahlt werden.

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Erste Pläne für die Internationale Gartenbauausstellung 2017 in Tempelhof vorgestellt

von Ulrich Paul

Moderne Schmuckbeete und Staudengärten, Spielwiesen und Picknickflächen - all das soll es auf der Internationalen Gartenbauausstellung 2017 auf dem Tempelhofer Feld geben. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und die Verantwortlichen der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft stellten gestern die ersten Pläne vor. Die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) hatte am Mittwoch vergangener Woche die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) nach Berlin vergeben. "Der deutsche Gartenbau freut sich über diese Entscheidung", sagte DBG-Chef Heinz Herker gestern. Ihm sei keine Stadt bekannt, die die Entscheidung für eine Gartenschau jemals bereut habe.

Wie das Tempelhofer Feld zur Gartenbauausstellung genau aussehen wird, ist noch unklar. Das wird jetzt bei zwei Wettbewerben ermittelt. Zunächst wird bis Ende 2010 bei einem Wettbewerb festgelegt, wie die 250 Hektar große Parklandschaft Tempelhof gestaltet werden soll. Sie ist auf der Freifläche des Tempelhofer Feldes geplant, die so groß ist wie 375 Fußballplätze. Bei einem anschließenden zweiten Wettbewerb soll bis zum Frühjahr 2011 entschieden werden, wie die 107 Hektar große Teilfläche der Parklandschaft aussehen soll, die für die Internationale Gartenbauausstellung reserviert ist. Nach den Wettbewerben sollen die Grünflächen angelegt werden. Es werde "eine Oase in der Stadt" entstehen, kündigte Senatorin Junge-Reyer an.

Das Schaugelände der IGA konzentriert sich auf den nördlichen Teil des ehemaligen Flugfeldes. Die Besucher betreten das Gartenschau-Gelände dort über das Hauptgebäude des Airports. In einem Hangar sind Blumen- und Pflanzenschauen geplant - eine der Hauptattraktionen der Gartenbauausstellung. Während der Modemesse Bread and Butter sollen hier Models über Laufstege gehen, die von Gartenbau-Künstlern in Szene gesetzt werden. Auf dem Rollfeld werden auf einer Bühne internationale Stars und Künstler auftreten. Dort, wo 1923 der erste Flughafen in Tempelhof entstand, nördlich der Start- und Landebahnen, sollen gärtnerische Freilandschauen entstehen.

Die Parklandschaft soll zukunftsweisend sein und beispielsweise Antworten zur Bewässerung in Zeiten des Klimawandels geben. Zukunftsweisend sollen zudem die Fortbewegungsmittel bei der Gartenbauausstellung sein: Per Fahrrad oder auf Inline-Skates, mit Bussen oder dem Solarmobil können die Besucher sämtliche Ausstellungsbereiche erreichen, heißt es.

Wie werden Wohnungen und Häuser im 21. Jahrhundert aussehen? Diese Frage soll bei einer Internationalen Bauausstellung (IBA) beantwortet werden, die ebenfalls in Tempelhof geplant ist. Wann die ersten Häuser stehen, ist aber unklar. Junge-Reyer sagte, dies hänge von den privaten Investoren ab. Noch sind allerdings nicht mal die Grundstücke verkauft worden.

Für die Gestaltung der Parklandschaft veranschlagt der Senat Ausgaben von 61,5 Millionen Euro, für die Gartenbauausstellung weitere 50,5 Millionen. Durch den Verkauf von Eintrittskarten und durch die Vermietung von Flächen und Werbeartikeln sollen 37,5 Millionen Euro wieder in die Kasse kommen. So erwartet der Senat, dass er lediglich 13,5 Millionen Euro für die IGA zuschießen muss. Die Eintrittspreise sind jedoch hoch: 16 Euro soll zur IGA eine Tageskarte für einen Erwachsenen kosten. Weil es auch ermäßigte Karten geben wird, rechnet der Senat im Schnitt nur mit Einnahmen von acht Euro pro Person. 3,5 Millionen Besucher werden erwartet.

Berliner Zeitung, 24.11.2009