Berlin

Ein Park fürs 21. Jahrhundert

Das Tempelhofer Feld aus der Luft: Ab dem Jahr 2012 sollen die Arbeiten für die Parklandschaft auf dem stillgelegten Airport beginnen Foto: dpa
Das Tempelhofer Feld aus der Luft: Ab dem Jahr 2012 sollen die Arbeiten für die Parklandschaft auf dem stillgelegten Airport beginnen

Der stillgelegte Flughafen Tempelhof wird Ort der Internationalen Gartenbauausstellung

von Ulrich Paul

Berlin - Der Flughafen Tempelhof soll zu einer blühenden Landschaft werden. Die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft hat gestern entschieden, dass das Land Berlin den Zuschlag für die Internationale Gartenbauausstellung im Jahr 2017 auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof erhält. Die 170-tägige Veranstaltung soll sich mit ihrem Landschaftspark, zahlreichen Gärten, Erlebnisbereichen und gärtnerischen Sonderschauen nördlich der Start- und Landebahnen konzentrieren.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bezeichnete die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) gestern als „Motor für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes“. Die Veranstaltung biete die Möglichkeit, die geplante Parklandschaft einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und Berlin noch grüner und attraktiver werden zu lassen. Der Park auf dem Tempelhofer Feld soll auf einer Fläche von rund 250 Hektar entstehen. Er war zunächst unabhängig von der IGA geplant worden, weil der Senat nicht sicher sein konnte, dass Berlin den Zuschlag erhält. Etwa 100 Hektar der 250 Hektar großen Parklandschaft entfallen nun auf das Gebiet der IGA. Die IGA-Fläche ist damit etwas größer als der Britzer Garten mit 90 Hektar, in dem 1985 die Bundesgartenschau stattfand.

Für den Bau der Tempelhofer Parklandschaft stehen 61,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für die IGA will das Land Berlin weitere 50,5 Millionen Euro investieren. Die Ausgaben für die IGA will der Senat zum großen Teil durch Einnahmen aus Eintrittsgeld und Pachten in Höhe von 37 Millionen Euro ausgleichen. Laut einer Machbarkeitsstudie werden 3,5 Millionen Besucher zur IGA erwartet. Der Zuschuss, den das Land Berlin der Studie zufolge für die IGA bezahlen muss, liegt bei 13,5 Millionen Euro.

Eine IGA findet in der Regel alle zehn Jahre in Deutschland statt, die letzte gab es 2003 in Rostock. Berlin hat den Zuschlag für die IGA erhalten, nachdem die Städteregion Aachen als einziger Mitbewerber ihre Kandidatur am Dienstag zurückgezogen hatte. Wesentlicher Grund für den Ausstieg sei der Vertrag gewesen, den die Städteregion mit der Bundesgartenschaugesellschaft hätte unterzeichnen sollen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Aachen. Der Kontrakt hätte „die Städteregion in vielen Bereichen viel zu sehr festgelegt“. Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach davon, dass unter anderem ein „Startgeld“ in Millionenhöhe verlangt worden sei. Dies wies die Bundesgartenschaugesellschaft zurück. „Ein Startgeld gibt es nicht“, sagte ihr Geschäftsführer Matthias Schmauder. „Wir stellen unser Know-how zur Verfügung und erhalten dafür eine Vergütung.“ Wie hoch die Vergütung ist, wollte er nicht sagen.

Die FDP-Fraktion forderte gestern, dass der Senat den IGA-Vertrag offenlegt. Die SPD erklärte daraufhin, selbstverständlich würden die finanziellen Details und Planungen ausführlich diskutiert. Es sei aber vollkommen unverständlich, dass von der FDP nach Bekanntgabe der Vergabe „nur miesepetrige Kommentare kommen“. Die Grünen gratulierten dem Senat zur IGA, verlangten aber ein Konzept für den Naturschutz auf dem Feld.

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Berliner Zeitung, 19.11.2009