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39 Badestellen hat Berlin offiziell. Alle zwei Wochen wird die Wasserqualität analysiert. Auch hier, am Müggelsee. Foto: Markus Wächter
39 Badestellen hat Berlin offiziell. Alle zwei Wochen wird die Wasserqualität analysiert. Auch hier, am Müggelsee.

Die Badegewässer in Berlin sind in gutem Zustand. Nach Regenfällen kann es aber kurzzeitig Verunreinigungen geben

von Claudia Fuchs

Berlin - Auch wenn das Wetter in den vergangenen Wochen noch nicht wirklich sommerlich war, eine wichtige Voraussetzung für einen schönen Sommer in Berlin ist erfüllt: Die Qualität der Berliner Badegewässer ist fast überall hervorragend – dort, wo es erlaubt ist, kann zurzeit bedenkenlos gebadet werden. „Wir nehmen alle zwei Wochen Proben an den 39 offiziellen Badestellen in Berlin“, sagt Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, in dessen Auftrag die Wasserqualität getestet wird. Derzeit gebe es keine Beanstandungen, sagt Kostner. An sechs Badestellen ist die Qualität gut, an den anderen 33 hervorragend.

Laut Badegewässer-Richtlinie der Europäischen Union müssen Badegewässer in der EU alle vier Wochen auf ihre Qualität überprüft werden. „Kontrollen ein Mal pro Monat sind uns aber viel zu wenig“, sagt Silvia Kostner, „innerhalb von vier Wochen kann ja viel passieren.“ Deshalb werden die Proben alle zwei Wochen genommen und dann binnen weniger Tage am Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen analysiert. Gemessen werde allerdings nicht an allen Badestellen gleichzeitig, sondern rotierend.

Untersucht wird unter anderem, ob Colibakterien im Wasser sind, verschiedene Viren oder Algen. Alles in allem sind die Ergebnisse schon seit vielen Jahren gut bis hervorragend, so die Sprecherin. „Berlin hat gemessen an seiner Größe und der Zahl der Bewohner nicht nur die meisten Badestellen, sondern auch sehr gute.“
Da die Sonne in den vergangenen Wochen nicht allzu viel schien, ist derzeit die Belastung mit Algen eher gering. Doch auch wenn sie auftauchen – ein Beweis für schlechte Wasserqualität sind sie nicht: Algen wachsen lediglich in nährstoffreichen Gewässern. Gesundheitsschädlich sind sie jedoch nicht. Allerdings sollten Eltern dafür sorgen, dass Kleinkinder kein algenhaltiges Wasser schlucken – das kann zu Durchfall führen. Badegäste sollten zudem sicherheitshalber nach dem Schwimmen in algenhaltigem Wasser die Bekleidung wechseln.

Eine Einschränkung in Sachen Wasserqualität gibt es allerdings: Nach einem sehr starken Regen kann es passieren, dass die Wasserqualität kurzzeitig schlechter wird. „Wenn es regnet, wird alles, was auf Böschungen liegt oder am Ufer, ins Wasser gespült“, sagt Silvia Kostner. Darunter könnten Exkremente ebenso sein wie Kadaver kleinerer Tiere oder Müll, den Menschen liegen gelassen haben. „Nicht selten sinkt deshalb die Wasserqualität und man sollte vor allem mit Kindern nicht ins Wasser“, so die Sprecherin. Für gewöhnlich erholen sich die Gewässer aber wieder sehr schnell.

Alle Badestellen und Bewertungen finden Sie unter:
www.berlin.de/badegewaesser

Berliner Zeitung, 16.07.2009