Berlin - Wer vor hat, morgen einen teuren Wagen an der Rosenthaler oder der Brunnenstraße zu parken, sollte es sich gut überlegen. Denn am Abend wollen mehr als tausend Autonome von Mitte nach Prenzlauer Berg ziehen. Die Polizei befürchtet, dass es wie oft bei solchen Demos wieder zu abgebrochenen Autospiegeln oder Lackkratzern in teuren Karossen kommen könnte.
Seit Wochen mobilisiert ein bundesweites Bündnis linksradikaler Gruppen zu einer „Antinationalen Parade“ unter dem Motto „Etwas Besseres als die Nation“ nach Berlin. Wenn am Brandenburger Tor das Bürgerfest zum 60. Jahrestag des Bestehens der Bundesrepublik Deutschland gefeiert wird, wollen diese Gruppen gegen das Jubiläum protestieren. „Kapitalismus, Staat und Nation gehören abgeschafft“, heißt es unter anderem in dem Aufruf der Demo-Organisatoren.
Angemeldet sind bei der Polizei 1 100 Teilnehmer. Die Polizei hält es für realistisch, dass auch mindestens so viele erscheinen werden. Nach den jüngsten Mai-Krawallen behandelt sie diese Demo-Anmeldung besonders aufmerksam. So soll es scharfe Auflagen geben. Unter anderem dürfen Seitentransparente nicht länger als 1,50 Meter sein, damit sich Steinewerfer nicht dahinter verstecken können. Noch ist unklar, wie stark sich Anhänger des sogenannten schwarzen Blocks bundesweit mobilisieren lassen. Sie wollen zum Teil mit Bussen anreisen.
Die Gefahreneinschätzung durch den Staatsschutz beim Landeskriminalamt wird für heute erwartet. Die Polizei will mit mehr als 1 000 Beamten präsent sein – also pro Demonstrant ein Polizist.