Berlin

Thor-Steinar-Laden muss raus

Muss dicht machen: Der Thor Steinar-Laden in der Rosa-Luxemburg-Straße, der immer wieder Ziel von Angriffen und Farbbeutelwürfen war. Foto: Markus Wächter
Muss dicht machen: Der Thor Steinar-Laden in der Rosa-Luxemburg-Straße, der immer wieder Ziel von Angriffen und Farbbeutelwürfen war.

Hier gelangen Sie zu unserem Dossier "Rechte Gewalt"

Landgericht gibt Räumungsklage statt

von Eva-Dorothee Schmid

Der Tönsberg-Laden in der Rosa-Luxemburg-Staße 18 in Mitte muss geräumt werden. In dem Geschäft wird seit Februar Mode der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar verkauft. Das Berliner Landgericht gab gestern der Räumungsklage des Hamburger Vermieters, der Impala Immobilien GmbH, statt. Diese fühlte sich von den Tönsberg-Betreibern über das Warensortiment getäuscht.

Das Gericht sei der Argumentation der Impala Immobilien gefolgt, dass die Protex GmbH, die den Laden betreibt, vor Vertragsschluss hätte angeben müssen, was für Produkte verkauft werden und welche Auswirkungen das haben könnte, sagte eine Gerichtssprecherin. Gegen das Urteil kann die Protex GmbH innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils Berufung einlegen. In einem ähnlichen Fall in Magdeburg, in dem ein Gericht ebenfalls einer Räumungsklage gegen einen Thor-Steinar-Laden stattgegeben hatte, haben die Betreiber Rechtsmittel eingelegt. Der Fall liegt jetzt beim Oberlandesgericht. In Hamburg dagegen, wo vor gut zwei Wochen ein Thor-Steinar-Laden eröffnet wurde, einigte sich der Vermieter außergerichtlich mit den Betreibern auf den Auszug. Dort war es zu heftigen Protesten aus der linken Szene gekommen.

In Berlin gab es zahlreiche Farbbeutel-Anschläge auf den Tönsberg-Laden. Die Anwohnerinitiative "Mitte gegen Rechts" demonstriert seit Mai mit Protestcontainern gegen Thor Steinar, einer steht direkt vor dem Laden.

Berliner Zeitung, 14.10.2008