Berlin

Demo gegen den „Kotzbrocken“ von Halle

O2-Arena Foto: dpa
Die O2-Arena: Am Donnerstag wurde die erste Protestaktion angemeldet.

Protestaktion zur Eröffnung der O2 World angemeldet

von Karin Schmidl

Friedrichshain. An der Eröffnung von Berlins neuer Großarena O2 World am 10. September wollen nicht nur geladene Ehrengäste teilnehmen. Gestern wurde die erste Protestaktion bei der Polizei angemeldet. Eine Privatperson habe eine Demonstration mit etwa 500 Teilnehmern angemeldet, hieß es. Ob die Veranstaltung und die Route genehmigt werden, steht noch nicht fest. Der Zug soll vom Kottbusser Tor in Kreuzberg über Adalbertstraße, Oranienstraße, Heinrichplatz, Manteuffelstraße und Schillingbrücke bis vor die Arena an der Mühlenstraße ziehen.

Schon vor einem Monat hatte die „Arbeitsgruppe Spreepiraten“ aus dem Initiativkreis „Mediaspree versenken!“ Widerstand gegen die Multifunktionshalle angekündigt. Die erste Demo stehe unter dem Motto „Wir sind alle eingeladen!“, wurde gestern mitgeteilt. Man wolle die Unzufriedenheit gegen eine nur am Profit orientierte Politik ausdrücken. Auf dem Areal um die Arena, auf dem ein Entertainment-Viertel entstehen soll, gehe es nur um „Ablenkung, Luxus und Billigjobs“. Dieser „Kotzbrocken von Halle“ betreffe viele Menschen, heißt es im Aufruf.

Bei der Anschutz Entertainment Group, die die Halle für 160 Millionen Euro gebaut hat, ist man gelassen. „Wir bauen eine Arena für alle Berliner und nehmen den Aufruf zur Kenntnis“, sagte AEG-Sprecher Moritz Hillebrand. Auf rund 40 000 Quadratmetern rund um die Halle sei frisches Grün gesät worden, eine Brache sei verschwunden. Am Eröffnungstag soll es an der O2 World ein Fest mit Feuerwerk geben.

Berliner Zeitung, 22.8.2008