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Sachsens NPD wählt Apfel zu ihrem Chef

Landesparteitag trifft sich im Geheimen

Andreas Förster

BERLIN. Der NPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Holger Apfel, ist nun auch Landesvorsitzender seiner Partei. Auf einem Parteitag in Limbach-Oberfrohna nahe Chemnitz wurde Apfel am Sonntag gewählt. Ungewöhnlich war, dass der Landesparteitag praktisch völlig geheim abgehalten wurde. Nachträglich wurde nur das Ergebnis der Abstimmung in einer knappen Mitteilung auf einer Internetseite der NPD veröffentlicht.

Über die Gründe dafür, den Parteitag hinter geschlossenen Türen abzuhalten, lässt sich nur spekulieren. Offenbar fürchtete Apfel wohl nicht zu Unrecht herbe Kritik aus den eigenen Reihen über das schlechte Abschneiden der Partei bei der sächsischen Landtagswahl Ende August. Zwar schaffte die NPD mit 5,6 Prozent erstmals den Wiedereinzug in ein Landesparlament. Aber die absolute Stimmenzahl verringerte sich dabei fast um die Hälfte im Vergleich zur Wahl 2004: Damals hatten 190 000 Sachsen die NPD gewählt, diesmal waren es nur noch rund 100 000. Selbst in ihren Hochburgen in der Sächsischen Schweiz musste die rechtsextreme Partei schmerzhafte Einbußen hinnehmen.

Dennoch stärkt die Wahl zum NPD-Landesvorsitzenden Apfels Position in der zerstrittenen Bundespartei. Der 38-Jährige, der aus dem niedersächsischen Hildesheim stammt, gilt als Widersacher des NPD-Bundeschefs Udo Voigt. Mit ihm wird der Anti-Voigt-Flügel innerhalb der Partei gestärkt, der einen moderateren politischen Kurs favorisiert und für eine Abwendung von den immer radikaler auftretenden Neonazis eintritt. An Apfels Seite steht dabei der Fraktionschef im Schweriner Landtag und NPD-Vorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs. Pastörs war im Frühjahr mit dem Versuch gescheitert, auf dem NPD Bundesparteitag Voigt zu stürzen. (afö.)