Einschneidende Ereignisse werfen auf der Stadtautobahn A 100 ihre Schatten voraus. Heute gegen 21 Uhr sollen Arbeiter damit beginnen, zwischen der Seestraße und dem Dreieck Charlottenburg die ersten Absperrungen für die dort entstehende Großbaustelle aufzubauen. In den kommenden 21 Monaten wird das 2,8 Kilometer lange Autobahnteilstück im Norden von Grund auf saniert. Baubeginn ist der 2. November, erst im Juni 2011 soll die neue Fahrbahn fertig sein. "Die lange Dauer der Arbeiten ist für uns nicht nachvollziehbar", bemängelte Jörg Becker vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC).
Dass die Autobahn saniert werden muss, steht auch für den ADAC außer Frage. Die Fahrbahnbefestigung stammt noch aus den 1960er-Jahren. "Das muss dringend gemacht werden - aber bitte durchgehend im Drei-Schichten-Betrieb", so Becker. "Es wird auch in der Nacht gearbeitet", entgegnete Petra Rohland, Sprecherin der Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Das Projekt A 100 lasse sich nicht verkürzen, sagte sie.
Zum einen, weil der Verkehr weiterrollt. "Die gesamte Bauzeit hindurch wird es zwei, wenn auch verschmälerte Fahrstreifen pro Richtung geben", sagte Rohland. Es gilt Tempo 60, an den Fahrbahnverschwenkungen Tempo 40. Hätten die Bauarbeiter völlig freie Bahn, würden sie schneller fertig. Doch dafür hätte die Autobahn komplett gesperrt werden müssen. Das habe nicht zur Diskussion gestanden, denn die A 100 werde gebraucht, so Rohland.
Zum anderen dauere das seit einem Jahr vorbereitete 17-Millionen-Euro-Projekt so lange, weil so viel getan werden muss. Im Bundesauftrag werden nicht nur die Fahrbahnen durch moderne Konstruktionen ersetzt. Die Bautrupps setzen auch vier Brücken instand, erneuern eine zwei Kilometer lange Abwasserdruckleitung, stellen neue Leuchten auf und errichten fünf Verkehrszeichenbrücken. Das alles dauert.
Weil je zwei Fahrspuren pro Richtung bleiben, hält auch der ADAC die Beeinträchtigungen für "nicht so dramatisch". "Auf diesem Teil der A 100 ist weniger los als zum Beispiel in Höhe der Spandauer-Damm-Brücke", sagt Verkehrsexperte Jörg Becker. Bei einer Zählung im Jahr 2005 wurden auf dem Abschnitt 62 100 Kraftfahrzeuge pro Tag ermittelt - südlich vom Autobahndreieck Funkturm waren es hingegen 191 400.
Gravierender sind für den ADAC-Verkehrsexperten die geplanten Teilsperrungen der Autobahn-Anschlussstellen Jakob-Kaiser-Platz und Beusselstraße. Umwegfahrten und Staus seien dort programmiert, kritisierte Jörg Becker.
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Karte: Bauarbeiten auf der Autobahn A 100. Nicht nur auf dem Nordteil der A 100 wird gebaut - der Neubau der Spandauer-Damm-Brücke dauert ebenfalls bis 2011.
"Die lange Dauer der Arbeiten ist für uns nicht nachvoll- ziehbar." Jörg Becker, ADAC