Heute wird Präsident Barack Obama am Vorabend der 64. Sitzungsperiode der UN-Vollversammlung während eines Sondergipfels der Vereinten Nationen in New York vor den führenden Politikern der Welt über den Klimawandel sprechen.
Präsident Obama weiß, dass die Vereinigten Staaten bei den weltweiten Maßnahmen gegen den Klimawandel eine Führungsrolle einnehmen müssen. Als historisch größter Emittent von Treibhausgasen weltweit tragen wir eine Verantwortung. Wir wissen, dass das Problem des Klimawandels ohne eine Verringerung der US-Emissionen nicht gelöst werden kann. Daher werden sich die Vereinigten Staaten federführend am Aufbau einer Weltwirtschaft für das 21. Jahrhundert beteiligen, die auf sauberen Energiequellen basiert.
Beim Thema Klimawandel hat Präsident Obama einen neuen Kurs eingeschlagen. Der Präsident forderte den US-Kongress auf, umfassende Gesetze zu sauberer Energie zu verabschieden, um die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 14 Prozent und bis zum Jahr 2050 um 83 Prozent gegenüber dem Niveau von 2005 zu verringern. Eine entsprechende Gesetzesvorlage wurde vom Repräsentantenhaus angenommen und durchläuft jetzt den übrigen Kongress. Das Konjunkturpaket des Präsidenten sieht mehr als 80 Milliarden Dollar für saubere Energien vor. Zudem werden vor kurzem eingeführte Fahrzeugstandards einen niedrigen Kraftstoffverbrauch fördern und die Emissionen senken.
Umweltpolitisch gesehen sind das europäische und das amerikanische Klimapaket vergleichbar. Beide sehen Emissionssenkungen vor, die mit den wissenschaftlichen Daten in Einklang stehen. Statt über geringfügige Unterschiede in der Politik der EU und der Vereinigten Staaten zu diskutieren, ist es viel wichtiger, in den großen aufstrebenden Volkswirtschaften einen unkontrollierten Emissionsanstieg zu verhindern.
Alle großen Emittenten müssen zusammenarbeiten und umfassende Maßnahmen ergreifen, damit dieser Planet sicher und lebensfähig bleibt. Es gibt keine andere Möglichkeit, den Klimawandel aufzuhalten - die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass 97 Prozent des zukünftigen Emissionszuwachses aus den Entwicklungsländern kommen wird.
Die Vereinigten Staaten verfolgen durch den Verhandlungsprozess der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), das Major Economies Forum sowie wichtige bilaterale Partnerschaften eine globale Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels.
Um ein stabiles internationales Abkommen zu verabschieden und die Herausforderung des Klimawandels zu bewältigen, müssen sich alle Länder umfassend engagieren.
Die Entwicklungsländer müssen ihre Emissionen bis 2020 in absoluten Zahlen verglichen mit einem Ausgangswert von 2005 oder 1990 erheblich senken. Die großen Entwicklungsländer müssen Maßnahmen ergreifen, die ihre Emissionen bis 2020 auf relativer Basis beträchtlich verringern, und zwar verglichen mit den Werten, die sich ergeben würden, wenn man nichts unternimmt. Andere Entwicklungsländer sollten sich darauf konzentrieren, Wachstumspläne mit einem niedrigen Kohlendioxidausstoß vorzubereiten - gegebenenfalls mit finanzieller und technischer Unterstützung - an denen sie ihren langfristigeren Entwicklungsplan ausrichten. Es ist wichtig sicherzustellen, dass ein neues Abkommen von den Entwicklungsländern nicht verlangt, Schritte zu unternehmen, die ihre Entwicklung und ihr Wachstum behindern.
Schließlich darf ein Klimaschutzabkommen nicht nur die Kohlendioxidemissionen beschränken, sondern muss auch den Weg für nachhaltige Entwicklung bereiten. Die Erschließung sauberer Energiequellen ist der einzige Weg zu zukünftiger Nachhaltigkeit. Um diesen Weg zu erleichtern, müssen Länder mit höherem Leistungsvermögen bereit sein, Technologien zu entwickeln und an Länder weiterzugeben, die diese benötigen. Wenn wir zusammenarbeiten, können die Bestrebungen, eine saubere Energiewirtschaft aufzubauen, entscheidende Chancen bieten, Investitionen anstoßen und Wirtschaftswachstum sowie Arbeitsplätze überall auf der Welt schaffen.
Die Vereinigten Staaten haben die klare Absicht, ein tragfähiges internationales Abkommen zu erreichen, und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam die Herausforderung des Klimawandels bewältigen können.
Philip D. Murphy ist Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland.
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Foto: Milliarden für erneuerbare Energien: Präsident Barack Obama besucht ein Solarkraftwerk auf einem Luftwaffenstützpunkt in Las Vegas.