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STADTBILD

Einstürzende Altbauten?

Martin Klesmann

MARTIN KLESMANN hält den Ruf nach einer Mietobergrenze für nicht metropolentauglich.

Mal ehrlich. Mieter in Berlin sind immer noch die Gewinner im europäischen Vergleich, und selbst global steht die Hauptstadt nicht schlecht da. In kaum einer anderen Metropole sind die Mieten so niedrig und die Wohnungen so groß wie in Berlin. Und immer noch stehen in Berlin an die 100 000 Wohnungen leer.

Wenn der Mieterverein jetzt den Wohnungsnotstand ausruft und Obergrenzen für Neuvermietungen fordert, ist das nicht nachvollziehbar. Denn in Berlin ist ganz anders als etwa in München genug Wohnraum vorhanden. Es mag im Wedding oder in Marzahn-Nord mehr leere Wohnungen geben als in Prenzlauer Berg. Und es gibt Menschen, die wegen erhöhter Mieten in andere Stadtteile ziehen.

Doch was wäre die Folge einer kollektiven Mietpreisbindung? Investoren würden davon abgehalten, weitere Häuser in der Hauptstadt der Mieter zu sanieren. Denn eine Altbausanierung kostet reichlich Geld und zieht großen Instandhaltungsbedarf nach sich. Wenn Hausbesitzer zudem die energetische Sanierung ihrer Immobilien ernst nehmen sollen, kostet das ebenfalls. Die arme Stadt ist auf solche Investitionen und auch auf Zuzug angewiesen. Eine pulsierende Metropole, wie Berlin es sein will, darf sich da nicht selbst beschränken. Sonst krachen irgendwann die ersten Altbauten zusammen. Seite 20