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STUTTGART

Lex Babbel

Markus Lotter

Carrington, nahe Manchester, irgendwann im Januar 2010, das Trainingsgelände von Manchester United, das wegen der einschüchternden Sicherheitsvorkehrungen auch "Die Festung" genannt wird. Sir Alex Ferguson, der allmächtige Trainermanager des englischen Spitzenklubs, hat für den Vormittag eine Trainingseinheit angesetzt. Die Spieler bilden zur morgendlichen Ansprache einen Kreis um Ferguson, sie wundern sich über den Gast in ihrer Runde, über diesen hoch aufgeschossenen Typen, der ihnen irgendwie bekannt vorkommt. Der Gast stellt sich vor: "Hi, falls mich der eine oder andere nicht kennen sollte: Mein Name ist Markus Babbel, ich war früher Profi beim FC Bayern, später beim FC Liverpool. Seit November 2008 bin ich Trainer des VfB Stuttgart. In den kommenden Tagen werde ich hier Alex über die Schulter gucken und mein Praktikum ableisten." Wayne Rooney, der Stürmer, versteht nicht: "Aber der VfB ist doch Deutscher Meister und spielt in der Champions League?!?!" Babbel: "Stimmt, aber ich brauche das Praktikum, um den Trainerschein zu bekommen." Ferguson sagt: "Tja, die Deutschen."

So aberwitzig diese Fiktion auch erscheinen mag - dass der Meistertrainer aus der Bundesliga im Rahmen seiner Ausbildung zum Fußballlehrer demnächst bei einem erfahrenen Trainer hospitiert, wäre doch eigentlich nur die logische Konsequenz dieser an Kuriosa so reichen Spielzeit. Oder könnte es noch überraschen, wenn der vor wenigen Monaten vom Novizen zum Cheftrainer beförderte Mann ohne Lizenz zum Profitraining am Ende sogar noch den Titel holt?

Zwischen Neckar und Rhein

Babbel - darauf haben sich der DFB und der VfB nach einem monatelangen Gezerre bekanntlich geeinigt - wird in jedem Fall nach Saisonende den DFB-Pflichtlehrgang für Fußballlehrer an der Sporthochschule Köln besuchen. Zehn Monate wird er zwischen Neckar und Rhein, zwischen Schulbank und Trainingsplatz pendeln, von Montag bis Mittwoch pauken, weil DFB-Sportdirektor Matthias Sammer keine Ausnahme mehr machen wollte. So wie früher, als Fußballspieler für ihre Verdienste um die deutsche Nationalmannschaft nach einem Crashkurs für Anfänger mit dem Trainerschein bedacht wurden. Dass Babbel überhaupt als Teamchef weiterarbeiten darf, sei Zugeständnis genug, gab der Deutsche Fußball-Bund zu verstehen.

Sammers Entschluss, keine Lex Babbel schaffen zu wollen, war nachvollziehbar, ist aber aufgrund der jüngsten Entwicklung doch noch einmal zu überdenken. Denn sollte sich der VfB tatsächlich für die Champions League qualifizieren, ist Babbels Doppelbelastung bei all den kleinen Erleichterungen, die er genießt, nicht mehr nur ein Stuttgarter, sondern eben ein deutsches Problem. So wäre es Unsinn, wenn man den Deutschen Meister mit einem gehetzten Übungsleiter in den Wettbewerb mit den Besten Europas schicken würde. Und es wäre sinnvoll, wenn man eine Stuttgarter Meisterschaft als das Meisterstück eines Lehrlings betrachten würde.

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Stuttgarts Trainer

Platz Name Pkt./Sp. Sp.

1. Markus Babbel 2,36 14

2. Helmut Benthaus 1,78 102

3. Jürgen Sundermann 1,71 143

3. Matthias Sammer 1,71 34

5. Lothar Buchmann 1,70 34

6. Felix Magath 1,67 114

7. Joachim Löw 1,66 68

8. Christoph Daum 1,63 112

9. Armin Veh 1,63 96

10. Arie Haan 1,60 92

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16. Giovanni Trappatoni 1,35 20

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24. Ralf Rangnick 1,23 61

25. Winfried Schäfer 1,13 15