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BLICKPUNKT

Schöne grüne Weihnacht

Jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: Wo kaufe ich meinen Baum? Denn auch beim Kauf der Tanne kann man ein ökologisch gutes Gewissen haben

Linda Tidwell

Weihnachten unterm Tannenbaum ist beliebt: Mehr als 27 Millionen Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr die Wohnzimmer schmücken. Dabei handelt es sich in der Regel um eine gemeine Fichte oder eine Edeltanne. Die meisten verkauften Christbäume stammen aus Plantagen, die gedüngt und mit Pestiziden bespritzt werden -eine enorme Belastung für Böden und Gewässer.

Ein Großteil der Bäume stammt aus eigens angelegten Weihnachtsbaumkulturen, ungefähr jeder vierte Weihnachtsbaum ist importiert -viele Bäume kommen aus Dänemark. Mancher Baum enthält dabei einen wahren Giftcocktail, der dann in den Wohnzimmern verströmt wird, denn häufig werden Un-kräuter und störendes Gewächs zwischen den Bäumen mit giftigen Chemikalien bekämpft. Nicht selten kommen auch Breitband-Insektizide gegen Käfer- und Läusebefall zum Einsatz. Auch wird mit einer Extraportion Dünger nicht gespart, denn die Bäume sollen ja möglichst ein sattes Grün tragen. Selbst die Gentechnik hat dieses Marktsegment längst im Visier und arbeitet an schädlingsresistenten Christbaum-Klonen. Diese sollen laut Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) schon bald auf den Markt kommen. Doch welche Alternativen gibt es?

Umweltschützer raten zum Öko-Weihnachtsbaum. Noch bis in die fünfziger Jahre hinein stammten tatsächlich alle Weihnachtsbäume direkt aus dem Wald. "Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird", empfiehlt Rudolf Fenner, Waldreferent von Robin Wood.

Augen auf beim Baumkauf

Ein kritischer Blick beim Weihnachtsbaumkauf kann durchaus zum Schutz der Umwelt beitragen. Beispielsweise stammen Naturland-Weihnachtsbäume aus anerkannt ökologischer Waldnutzung, die nach Naturland-Richtlinien bewirtschaftet werden. Diese Richtlinien wurden von Naturland zusammen mit den Umweltverbänden Robin Wood, Greenpeace und BUND erarbeitet.

Wer sich an diese Richtlinien hält, bekommt bestimmte Zertifikate. Dabei müssen die Forstbetriebe auf Kahlschläge, Düngungen, Entwässerungsmaßnahmen und Pestizide verzichten. Außerdem bieten auch einige Bioland-, Demeter- und weitere nach EU-Recht zertifizierte Bio-Betriebe empfehlenswerte Öko-Weihnachtsbäume von landwirtschaftlichen Anbauflächen an. In Deutschland gibt es rund 260 dieser zertifizierten Betriebe.

Wer keine zertifizierten Öko-Christbäume in seiner Umgebung findet, sollte einen Baum aus der Region wählen oder Bäume aus so genannter Durchforstung kaufen, rät der Naturschutzbund. Weihnachtsbäume aus Durchforstung erhält man beim Förster der jeweiligen Region. Meist handelt es sich dabei um Fichten, die zur Auflichtung sowie zur Verjüngung der Bestände gefällt wurden. Ebenso besteht die Möglichkeit, einen Baum selber zu schlagen. Viele Förstereien bieten das Selberschlagen in der Vorweihnachtszeit an. Nur so lässt sich vermeiden, ungewollt einen weit gereisten und damit ökologisch fragwürdigen Baum aus Skandinavien, Osteuropa oder Irland nach Hause zu tragen.

Auch ein Weihnachtsbaum in einem Topf mit Wurzeln ist nicht besonders ökologisch, denn der größte Teil dieser Bäume überlebt die Weihnachtsfeiertage nur einige Wochen oder Monate -die Zimmerwärme im Winter bekommt den Bäumen selten. Die Bäume stellen sich auf Frühling ein und bereiten ihre Knospen auf den Austrieb vor. Ein solcher Baum, wird er wieder in die Kälte entlassen, erfriert sehr leicht. Zudem lässt die trockene Zimmerluft den Baum schneller vertrocknen. Auch wird beim Ausgraben der Bäume in Hanglagen durch die Wurzel-Entnahme die Erosion gefördert.

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Oh du Fröhliche

Weihnachtsbaumtradition

Der Ursprung ist nicht eindeutig: In vielen frühen Kulturen hatten immergrüne Gewächse wie Efeu, Buchsbaum oder Mistel eine besondere Bedeutung. Insbesondere zum Jahreswechsel wurden die Pflanzen von den Menschen aufgestellt, um vor bedrohlichen Naturkräften zu schützen. Bereits im Mittelalter war es üblich, zu Festlichkeiten ganze Bäume zu schmücken. Den Überlieferungen zufolge wurde der erste Weihnachtsbaum im Jahr 1419 von Freiburger Bäckern aufgestellt.

Weihnachtsbäume zum Selberschlagen

Die Revierförsterei Nikolassee lädt alle Interessierten ein, sich in diesem Jahr den Weihnachtsbaum (Kiefer) der Wahl selber zu schlagen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/aktuelles

Weihnachtsbaumpflege

Wird der Baum auf dem Autodach transportiert, sollte er in Folie eingewickelt werden, denn der Baum verliert durch den starken Fahrtwind viel Wasser, so dass die Nadeln schneller abfallen. Zunächst ist es ratsam, den Baum kühl aufzubewahren und ihn erst zum Aufstellen ins Zimmer zu holen. Zuvor sollte der Baum erneut abgesägt werden. Dann kommt er in einen Ständer mit Wasser, einem Esslöffel Zucker oder Blumenfrisch. Der Baum bleibt auch länger frisch, wenn er regelmäßig mit Wasser besprüht wird.

Weihnachtsbaumsiegel

Der WWF empfiehlt das Siegel des Forest Stewardship Council -ein stilisierter Baum mit dem Kürzel FSC. Das Siegel garantiert, dass der Baum aus einem Betrieb stammt, der eine wirtschaftlich tragfähige und zugleich umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft betreibt.

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Foto: Weihnachten ohne Baum können sich viele nicht vorstellen. Nur sollte man darauf achten, woher der Baum stammt.