MARIN MAJICA fühlte sich bei der Eröffnungsfeier der neuen Arena an der Spree unwohl.
Auffällig bei der Eröffnung der neuen Mehrzweckhalle O2 World am Mittwochabend war zunächst vor allem eins: die vielen Polizisten und Sicherheitskräfte vor und in der Halle. Den Demonstranten, die gegen die Halle als Symbol eines Ausverkaufs der Innenstadt protestierten, passte das prächtig in ihr Weltbild. Staatliche Sicherheitsorgane im Einsatz zum Schutz einer Elite, die ungestört mit Lachshäppchen und Musik feiern möchte - genau so hatten sie das vorhergesagt.
Doch auch solche Beobachter, die diese schlichte Sichtweise nicht teilen, befremdete der massive Polizeieinsatz. Der Umgang zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten kann getrost ruppig genannt werden. Dass es einigen Protestierern gelang, sich in Abendgarderobe in die Halle zu schummeln und die Veranstaltung durch kleine Aktionen zu stören, weckt fast Sympathie. Zumindest mehr als die Tatsache, dass die Polizei mit Hunden vor der Halle Aufstellung nahm. Und dass sie Passanten als verdächtig einstufte und festhielt, weil diese einen Anzug anhatten, aber Konfetti bei sich führten - ein klares Indiz für spaßterroristische Neigungen!
Vor der Halle hatte die Anschutz Entertainment Group zu einem Volksfest für alle Berliner geladen. Dass viele Menschen dieses "Fest" früh wieder verließen oder gar nicht erst gekommen waren, zeigt vielleicht, wie wenig die Berliner im Moment noch mit dem Bau anfangen können. Diejenigen, die trotz Verspätung bis zum Feuerwerk aushielten, erlebten eine krachend pompöse Soundkulisse, zu der Slogans wie "Platz für Helden" und "Raum für Siege" über die LED-Glasfassade liefen. Die Hallen-Gegner waren in diesem Moment nicht die Einzigen, bei denen diese Bilder vage Erinnerungen an eine andere berühmte Berliner Mehrzweckhalle weckten.
Den abgerissenen Sportpalast.