Wegen versuchten Mordes hat das Amtsgericht Tiergarten gestern Haftbefehl gegen zwei Mitglieder der rechten Szene aus Rudow erlassen. Die 16- und der 18-Jährige sollen im März und April Brandanschläge auf zwei Einfamilienhäuser von Migranten in Rudow verübt haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Einer der beiden Verdächtigen habe bereits ein Geständnis abgelegt.
Den Ermittlungen zufolge sollen Julian B. und Markus P. in der Nacht zum 22. März zwei Molotowcocktails auf das Haus eines türkischstämmigen Mannes im Rudower Fenchelweg geworfen haben. Zwar gingen die mit brennbarer Flüssigkeit gefüllten Flaschen zu Bruch, es kam jedoch nur zu einem geringen Brandschaden an der Fassade.
Außerdem sollen die beiden am Morgen des 20. April vier Brandsätze gegen ein Einfamilienhaus im Orchideenweg geworfen haben, das von einem türkischstämmigen Geschäftsmann bewohnt wird. Zwei Brandsätze zündeten nicht. Die anderen beiden setzten ein im Garten aufgestelltes Partyzelt in Brand. Durch die Flammen kam es auch zu einem erheblichen Schaden an den Jalousien und der Außenfassade. Obwohl in dem Haus Menschen schliefen, wurde niemand verletzt. Laut Polizei gehören die Tatverdächtigen zur rechten Szene. (kop.)