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Polizist erschießt aggressiven Hund

Dobermann hatte Jogger gebissen und Kinder bedroht

Andreas Kopietz

Auf dem Gelände des Freizeit- und Erholungszentrums FEZ Wuhlheide haben Polizisten am Donnerstag einen aggressiven Hund erschossen. Er hatte zwischen dem Baggersee und dem Hauptgebäude einen Jogger gebissen und Kinder bedroht.

Am Nachmittag führte die 42-jährige Marion H. aus Karlshorst einen Jagdhund und die Dobermannhündin "Karla", die sie in Pflege hatte, in der Wuhlheide aus. Der Dobermann war laut Polizei nicht angeleint, obwohl viele Kinder in der Nähe waren. Als der 44-jährige Dirk H. aus Karlshorst vorbeijoggte, sprang der Hund ihn an und biss ihm in den linken Oberschenkel.

Dirk H. alarmierte per Handy die Polizei, und Marion H. nahm den Hund an die Leine. Gemeinsam warteten der Mann und die Frau vor dem Hauptgebäude des FEZ auf die Beamten. Als diese eintrafen, waren beide Hunde an einem Laternenpfahl angebunden. Sie waren an nur einer Leine befestigt - jedes Tier an einem anderen Ende. Die Hundebesitzerin war weg. Laut Polizei bellte der Dobermann wütend die Kinder an, die in großen Gruppen an ihm vorbei ins FEZ gingen, weil dort eine Veranstaltung stattfand. Das Tier habe auch aggressiv auf die Polizisten reagiert. Die Beamten fürchteten, dass es sich losreißen und die Kinder anfallen könnte. "Nach einer Weile kam dann auch die Hundebesitzerin wieder", sagte ein Polizist. Allerdings sei sie nicht in der Lage gewesen, den Hund unter Kontrolle zu bringen, der weiterhin auf die Kinder und die Polizisten losgehen wollte.

In einiger Entfernung wartete der gebissene Jogger, der zudem einen Schwächeanfall erlitt. Er wurde zwischenzeitlich mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus Köpenick gebracht. Für die Kinder, aber auch für die Polizisten wurde die Situation immer gefährlicher, hieß es. Die aggressive Dobermannhündin sprang einen Beamten an, der sich mit einem Schlag wehrte. Der Hund wurde bei der Attacke nur gestoppt, weil der zweite Hund am anderen Ende der Leine hing.

Weil keine Zeit mehr war, um auf die Tierfänger zu warten, entschlossen sich die Beamten, das wütende Tier zu erschießen. Weil das wegen des Betonbodens und der damit verbundenen Gefahr eines Querschlägers vor Ort nicht möglich war, musste der Hund in das angrenzende Waldstück gebracht werden. Inzwischen waren weitere Polizisten sowie Wachschützer hinzugekommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers gelang es den Männern, das wütende Tier an einen Baum anzubinden. Dort beendete ein Beamter das Drama mit seiner Dienstpistole.

Gegen Marion H. wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.