Es gibt weiter Streit um Unfälle bei den Dreharbeiten für den Tom-Cruise-Film "Valkyrie". Jetzt wehren sich erste Komparsen gegen Behauptungen des Landesamtes für Arbeitsschutz, sie selbst hätten Unfälle ausgelöst. "Ich bin sehr überrascht von diesen Aussagen", sagte Alexander Klute, ein 36-jähriger Student und Altenpfleger, der nebenher die Komparsenrolle angenommen hatte. Mitte August war er - wie rund 20 Kollegen - bei einem Dreh vor dem Finanzministerium in Mitte von einem Lastwagen gestürzt. Klute hatte sich das Becken geprellt und den Nacken gezerrt und ist bis heute krank geschrieben. Eine Seitenklappe des Lkw hatte sich gelöst.
Robert Rath. Leiter des Landesamts für Arbeitsschutz, sagte gestern, es habe keine erheblichen Sicherheitsmängel gegeben. Offenbar hätten die Statisten eine Ladeklappe des Lastwagens nicht richtig verschlossen. Nur so habe sie sich öffnen können. Der Sicherheitszustand sei so gut gewesen, dass es vermutlich sogar eine Zulassung für den Straßenverkehr gegeben hätte.
Alexander Klute dagegen hält die Behauptung, die Fahrzeuge seien in Ordnung für "völlig unpausibel". Die Heckklappe sei sehr wohl verschlossen gewesen, sie habe sich beim Wenden des Lkw gelöst.
Klute wird, wie mehrere Komparsen, von der Rechtsanwältin Ariane Bluttner vertreten. Auch sie zeigte sich verwundert über das Untersuchungsergebnis. Es gebe eidesstattliche Zeugenaussagen, dass "alle am Set wussten, in welchem desolaten Zustand die Fahrzeuge waren", sagte Bluttner.
Mittlerweile hat sich Studio Babelsberg als Co-Produzent von "Valkyrie" über eine Anwaltskanzlei bei Ariane Bluttner gemeldet. Man habe sein "ausdrückliches Bedauern" ausgedrückt und strebe jetzt eine Schadensregulierung an. (elm.)