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Helle Gänge führen zu 800 Betten

Helios hat für 200 Millionen Euro ein neues Krankenhaus in Buch gebaut

Thorkit Treichel

Ins Krankenhaus möchte niemand wirklich gern, doch im Helios-Klinikum in Buch müssen die Patienten zumindest nicht mehr durch düstere, neonbeleuchtete Gänge irren: Nach drei Jahren Bauzeit wurde gestern an der Schwanebecker Chaussee ein Neubau mit 800 Betten eröffnet. Fünf große Innenhöfe sorgen für viel Tageslicht in dem fünfgeschossigen Bau. "Der war unbedingt notwendig", sagte Verwaltungsleiter Jörg Schwarzer. Denn bislang wird die Klinik an fünf Standorten mit insgesamt 130, teils denkmalgeschützten Gebäuden auf dem großen parkähnlichen Gelände betrieben. "Wir mussten jährlich 62 000 Patienten zur Untersuchung hin- und herkarren." Allein die OP-Säle sind auf acht Gebäude verteilt.

Damit ist in einem Monat Schluss: Am 1. Juli müssen fast alle Patienten umziehen. Nur wenige Abteilungen bleiben an ihren bisherigen Standorten: Poliklinik, Verwaltung, die Bettenstation der Nuklearmedizin, Palliativmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die nicht mehr genutzten Immobilien soll der Liegenschaftsfonds des Landes verkaufen.

"Unter einem Dach wird die Zusammenarbeit erheblich vereinfacht", sagte der Ärztliche Leiter Josef Zacher. In dem Haus der Maximalversorgung sind 24 Fachrichtungen angesiedelt. Jährlich werden 38 000 Menschen stationär und weitere 120 000 Patienten ambulant in der Poliklinik versorgt. Doch diese Zahlen seien ausbaufähig, sagte Regionalgeschäftsführer Jörg Reschke. Ein Drittel der Patienten, die sich im nördlichsten Krankenhaus Berlins behandeln lassen, stammen aus Brandenburg.

200 Millionen Euro hat der private Klinikkonzern investiert. "Ohne Fördermittel", sagte Reschke. Im Erdgeschoss gibt es ein OP-Zentrum mit 18 Sälen, die Rettungsstelle, eine "Shoppingzeile". Die Patienten sind in den oberen Etagen, vorwiegend in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht. Zur besseren Orientierung sind die einzelnen Trakte des langgezogenen Baus farblich gekennzeichnet: in Grün, Rot und Orange. "Die Nutzfläche von fast 50 000 Quadratmetern entspricht 346 Einfamilienhäusern", sagte Verwaltungschef Schwarzer.

Helios arbeitet auf dem Bucher Gelände seit 2001 mit der Charité zusammen, nachdem der bundesweit tätige Klinikkonzern dort die städtische Klinik, die Robert-Rössle-Klinik sowie die Franz-Vollhard-Klinik übernommen hatte. Während Helios für die Krankenversorgung zuständig ist, betreibt die Charité die Forschung. Außerdem hat das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin dort seinen Sitz, mit dem Helios ebenfalls kooperiert. Seit mehr als 100 Jahren gibt es auf dem Gelände in Buch Kliniken.

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Foto: Einer von 18 Sälen im neuen OP-Zentrum: Noch müssen die Ärzte in Buch in acht verschiedenen Häusern operieren.