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Bond-Bösewicht in Babelsberg

Mads Mikkelsen dreht Film über dänische Widerstandsbewegung / Potsdamer Studios gut gebucht

Mathias Raabe

Bei vielen ihrer Kolleginnen hat Kirsten Niehuus in den vergangenen Tagen einen gewissen Hang zur Unpünktlichkeit festgestellt. Das hat einen einfachen Grund, und der heißt Mads Mikkelsen. "Wenn er hier in Babelsberg am Set ist, haben wir Fehlzeiten zu verzeichnen", sagt die Chefin der Filmförderung Berlin-Brandenburg. Schließlich wird der 41-jährige Schauspieler gern auch als schönster Mann Skandinaviens bezeichnet. Immerhin hat Mikkelsen vor seiner Filmkarriere lange Jahre als Model gearbeitet. Grund genug, mal einen Blick auf den schönen Dänen zu werfen.

Im Studio Babelsberg steht Mikkelsen, der spätestens seit seinem Part als Bösewicht im Bond-Film "Casino Royal" auch hier viele Fans hat, derzeit für den Film "Flame & Citron" vor der Kamera. Und in dem geht es um ein ernstes Thema: den Widerstand einer kleinen Gruppe von Dänen gegen die Nazis während der Besetzung des Landes. Mikkelsen - im Film heißt er Citron - tötet mit seinem Kollegen Flame (gespielt vom 32-jährigen Landsmann Thure Lindhardt) in Kopenhagen dänische Kollaborateure. Als Flame den Befehl erhält, seine Geliebte Kitty zu erschießen, hinterfragt er seine Mission. Flame und Citron beschließen, ihren eigenen Kampf gegen die Besatzer zu führen. Damit bringen sie Dänemark an den Rand des Bürgerkrieges und sich in höchste Gefahr. "Der Film zeigt die grausame Seele des Krieges", sagt Mikkelsen. "Gezielt unbewaffnete Menschen zu erschießen - danach ist das Leben nicht mehr das Gleiche." Für den deutschen Part in der dänisch-deutschen Koproduktion sorgen Hanns Zischler und Christian Berkel. Zischler spielt einen SS-Mann, Berkel den Gestapo-Chef Hoffmann.

Der Film soll seine Landsleute auch anregen, über das Verhalten der Dänen während der Besatzungszeit zu diskutieren, sagt Produzent Lars Bredo Rahbek. Die Mehrheit habe mit den Deutschen kollaboriert. Während im benachbarten Norwegen Regierung und König ins Exil gingen und zum Widerstand aufriefen, verhielten sich die Dänen einschließlich Regierung und Königshaus abwartend.

Kopenhagen als Kulisse

Gedreht wird der Film in der berühmten Berliner (Kulissen-)Straße, die auch schon als Sonnenallee für den gleichnamigen Film gedient hat. Sie wurde in eine Kopenhagener Straße von 1944 umgestaltet.

Kirsten Niehuus und ihre Mitarbeiterinnen sind übrigens nicht nur wegen der Auftritte von Mads Mikkelsen begeistert. Denn der Film ist bereits die dritte internationale Koproduktion, die 2007 in Babelsberg realisiert wird. Abgeschlossen sind die Arbeiten für den italienisch-deutschen Film "No F'ing Handball" über Flüchtlinge aus Sri Lanka, die sich als Handballer ausgeben müssen, um nach Europa reisen zu dürfen. Ab Juni folgt die deutsch-englische Action-Produktion "Speed Racer". Nach einem flauen Jahr 2006 ohne eine internationale Produktion bringt das wieder Geld in die Kassen.

Vor allem US-Studios hatten sich 2006 in Babelsberg zurückgehalten. Grund war die anstehende Neuregelung der Filmförderung. Die ist nun unter Dach und Fach. Seit diesem Jahr werden vom Bund jährlich zusätzlich 60 Millionen Euro für Filmprojekte bereitgestellt. Das heißt, Filmproduzenten können sich zwischen 15 und 20 Prozent der Produktionskosten zurückerstatten lassen. Das dürfte dazu führen, dass Mitarbeiter der Filmförderung auch künftig wegen der Anwesenheit prominenter Schauspieler in Babelsberg ihre Arbeit ab und an mal unterbrechen müssen.

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Foto : Zwei Auftragsmörder und ihr Gegenspieler: Mads Mikkelsen, Christian Berkel und Thure Lindhardt (v. l.) spielen in Flame & Citron die Hauptrollen.