In Bochum feierten gestern erstmals Muslime und evangelische Christen gemeinsam den Geburtstag des Propheten Mohammed. Die Feier, die von sieben Moscheengemeinden des türkischen Dachverbandes DITIB organisiert wurde, fand in einer evangelischen Kirche statt. Das klingt irgendwie versöhnlich, also gut. Aber welchen Sinn sollte es haben?
Gestern war Palmsonntag, der Tag, an dem Christen normalerweise den Beginn der Osterwoche begehen. Superintendent Fred Sobiech versuchte in seiner Ansprache vergebens, die beiden Ereignisse notdürftig miteinander zu verbinden: "Heute erinnern wir an die Geburt und das Leben Mohammeds, und mit dem heutigen Tage beginnt zugleich die Woche, die uns Christen zum Karfreitag führen wird, dem Tag an dem Jesus von Nazareth gekreuzigt wurde." Was das eine mit dem anderen zu tun haben sollte, war damit zwar nicht erklärt, aber das war auch nicht zu erwarten.
Der Vorgang erinnert an die Tagung des Industrieverbands im Palast der Republik. Die aber war wenigstens ehrlich ausgeschildert - als Landnahme. Thomas Götz