Wer die Pekingoper liebt, wird das Buch verschlingen, denn er erfährt neben dem Plot, dem Zickenkrieg um das Comeback einer Diva, auch einiges über die historischen Hintergründe der Oper. Er bekommt eine Ahnung davon, wie festgezurrt die Rollen in den Stücken waren. Der Opernliebhaber wird danach auch einen klareren Blick auf die europäische Barockoper haben. Wer das Buch zu Ende liest, der wird überrascht werden von der drastischen Schilderung nicht nur der weiblichen Psyche, sondern auch einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Wir lesen das verblüfft. Es gibt in Europa nichts Vergleichbares. Allenfalls in Japan wurde bisher so drastisch, so ergreifend und so kalt zugleich vom Körper und seinen Ausscheidungen geschrieben. Bi Feiyu wurde 1964 geboren. Er lebt in Nanking und veröffentlicht in der Volksrepublik.
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Foto: Bi Feiyu: Die Mondgöttin. Aus dem Chinesischen von Marc Hermann. Blessing, München 2006. 159 S., 14,95 Euro.