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Aufs Fahrrad, prost!

Virginie Maisonobe

Regen, Sonne, örtlich vielleicht auch Gewitter. Es ist wieder so weit! Berliner jammern übers Wetter. Mit dem ersten Sonnenstrahl dachten die schon, der Winter wäre definitiv vorbei. Und die U-Bahn ist wieder voller Fahrräder.

Warum man mit der BVG fährt, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, bleibt für mich völlig unerklärbar. Liegt bestimmt daran, dass in meiner Stadt keine U-Bahn fährt. Oder dass die wunderschöne, hügelige Landschaft der Auvergne dazu geführt hat, dass ich kein Fahrrad fahren kann - es war immer zu anstrengend. Lasst uns also lieber Berlin mit Paris vergleichen. Dort benutzt man das Fahrrad nicht in - haben Sie schon einmal versucht, ein Rad durch die Drehkreuze und Schwenktüren der Pariser U-Bahn zu schmuggeln? -, sondern ganz einfach statt der U-Bahn: Dank der französischen Streikkultur kommt das allerdings nicht selten vor. Rad fahren in Paris bleibt eher die Ausnahme, weil es grundsätzlich unpraktisch und uncool ist. Franzosen haben zwar die Tour de France, schauen sie aber lieber im Fernsehen oder höchstens vom Straßenrand mit einem Glas Anisette. Nur so macht Radsport richtig Spaß!

Dass die "U-Fahrradmitnahme" hier so eingerissen ist, dass die BVG sogar eine Fahrradfahrkarte (1,40 Euro) eingeführt hat, ist völlig absurd! Ich sage: Wenn überhaupt Rad fahren, dann richtig! Ist doch angeblich so toll, in Berlin zu radeln!

Die Autorin stammt aus der Auvergne, hat in Paris studiert und lebt in Berlin. Derzeit macht sie ein Praktikum bei der Berliner Zeitung.