CHARLOTTENBURG. Forscher Schritt, wehender Mantel - die 1,85 Meter hohe Statue zeigt Konrad Adenauer am 21. September 1949 beim Verlassen des Sitzes der Hohen Kommission der Alliierten auf dem Petersberg bei Bonn. Ein Foto, das diesen Moment festgehalten hatte, diente der Kölner Bildhauerin Helga Tiemann als Vorlage. Gestern Abend wurde das Denkmal auf dem Adenauerplatz feierlich enthüllt. Denn an diesem Tag jährte sich der Todestag von Konrad Adenauer zum 38. Mal. Die 88-jährige Künstlerin kannte den CDU-Politiker persönlich. Sie hatte ihn seit 1953 mehrfach porträtiert, unter anderem schuf sie Adenauers Bild für die Ehrengalerie im Berliner Abgeordnetenhaus. Zur Einweihungsfeier war CDU-Bundes- und Landesprominenz eingeladen, darunter die Parteivorsitzende Angela Merkel.
Initiator des Denkmals auf dem nach dem ersten Kanzler der Bundesrepublik (1949-63) benannten Platz ist die Konrad-Adenauer-Stiftung. Bereits seit Jahren setzt sie sich für die Entwicklung des nahe Kudamm und Lewishamstraße gelegenen Platzes ein. Paul B. Wink, der Bevollmächtigte des Generalsekretärs der Stiftung, sagt: "Zuerst haben wir uns 1998 darum gekümmert, dass der Brunnen, der damals defekt war, wieder in Betrieb ging." Dann wurde ein neues Namensschild aufgestellt, Bänke saniert und Bäume gepflegt. "Anfang 2001 haben wir dann beim Bezirk den Antrag auf die Aufstellung eines Denkmals gestellt", berichtet Wink. Die Genehmigung dafür gab es im November 2001.
Ursprünglich sollte schon zu Adenauers 125. Geburtstag am 5. Januar 2001 ein Denkmal an den berühmten Christdemokraten erinnern. Das scheiterte aber zunächst an den Finanzen. Im Februar 2004 wurde dann die Wall AG als Sponsor gewonnen. Diese übernimmt nicht nur die Kosten für die Statue auf dem 1,40 Meter hohen Sockel, insgesamt 50 000 Euro, sondern pflegt auch das Denkmal und dessen Umgebung.
Für Firmenchef Hans Wall, Vorsitzender des Vereins "Denkmal in Berlin", ist das eine Ehrensache: Adenauer habe durch seine Politik die Bundesrepublik international wieder hoffähig gemacht, sagt er. "Wir möchten den Zeitgeist der Ära Adenauer beschwören, der das deutsche Wirtschaftswunder bewirkt hat: Eine motivierte, leistungsbereite Bevölkerung, hohe Kooperationsbereitschaft zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sowie eine dementsprechende staatliche Wirtschaftspolitik." Zudem habe Adenauer den Berlinern in den Zeiten der Blockade und Krisen immer zur Seite gestanden.
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Platz statt Straße // Erster Bundeskanzler: Konrad Adenauer wurde am 5. 1. 1876 in Köln geboren. Er war Oberbürgermeister von Köln (1917-1933), Präsident des Preußischen Staatsrates (1921-1933) und der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1949-1963). Adenauer starb am 19. 4. 1967.
Das Vorbild: Das Adenauerdenkmal wurde nach einem Foto gestaltet, das Konrad Adenauer selbstbewusst am 21. 9. 1949 beim Verlassen des Sitzes der Hohen Kommission der Alliierten zeigt. An diesem Tag wurde das Besatzungsstatut vorgestellt. Dieses übertrug dem deutschen Volk die Selbstverwaltung, die zivilen Hohen Kommissare der Westmächte hatten zahlreiche Kontrollrechte. Das änderte sich erst 1955 mit den Pariser Verträgen.
Die Straße: Am 26. 4. 1967 wurde der Kaiserdamm in Adenauerdamm umbenannt. Weil die Berliner aber den seit 1906 gewohnten Namen beibehalten wollten, erhielt die Straße am 15. 1. 1968 den alten Namen zurück.
Der Platz: Als Ersatz wurde das neu geschaffene Areal an der Lewishamstraße am 21. 6. 1973 Adenauerplatz genannt.
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Foto: CDU-Chefin Merkel bei der Einweihung des Denkmals